BerlinIn der Frage einer Impfung von Topsportlern für eine sichere Teilnahme an Fußball-EM oder Olympia im nächsten Jahr hält SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach eine Bevorzugung für zweifelhaft. „Ich finde es nicht unproblematisch, dass Sportler zuerst geimpft werden, damit sie dem Profisport nachgehen können“, sagt Lauterbach der Deutschen Presse-Agentur. 

„Aber ich kann mich da nicht wirklich einmischen, weil die Prioritäten bei der Impfung ethische Fragen sind, wo wir uns auf die Empfehlungen der Ethikräte und der Ständigen Impfkommission verlassen müssen“, fügte der 57 Jahre alte Mediziner hinzu.

„Mir persönlich erscheint es tatsächlich fragwürdig, dass wir Sportler impfen und ältere Ungeimpfte noch erkranken und um ihr Leben kämpfen müssen“, sagte Lauterbach. Das Internationale Olympische Komitee hatte zuletzt angemahnt, dass sich möglichst alle Olympioniken vor der Reise zu den Tokio-Spielen impfen lassen sollen. Das IOC will die Kosten für die Impfungen sogar übernehmen.

Grund für eine Prioritätensetzung für Corona-Impfungen ist, dass zu Beginn noch nicht genug Impfstoff für alle Interessierten verfügbar sein dürfte. Die Ständige Impfkommission will eine genauere Empfehlung geben. Auf dieser Basis plant Gesundheitsminister Jens Spahn eine Verordnung, die Impfprioritäten festschreiben soll. Es gebe doch „einen großen Konsens“, besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen wie etwa über 80-Jährige zuerst zu impfen, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag.