Berlin/ Kabul - Nach einem Bericht des Magazins Spiegel drohen in Deutschland 3,2 Millionen Impfdosen zu verfallen. Die nicht verwendeten Dosen dürfen derzeit aber nicht an bedürftige Länder abgegeben werden. Der Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) fordert nun eine schnelle, unbürokratische Lösung. So könne der Impfstoff etwa „nach Afghanistan gegeben“ werden, schlägt Lauterbach vor. 

In dem Land, in dem nun wieder die Taliban herrschen und derzeit eine humanitäre Katastrophe droht, liegt die Impfquote nach Angaben von Lauterbach nur bei zwei Prozent. Wie der Impfstoff nach Afghanistan gebracht und vor Ort verteilt werden soll, sagte Lauterbach nicht. Zuletzt hatten die radikalislamischen Taliban Impfkampagnen gegen Kinderlähmung gestoppt, weil sie hinter den durchführenden Personen Spione vermuteten. 

FDP-Vizechef sagte der Bild zu der Forderung Lauterbachs, es sei ein „geschmackloser Vorschlag“. Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags weiter: „Für die Menschen in Afghanistan geht es derzeit um alles und Karl Lauterbach fabuliert darüber, in der Hölle von Kabul deutschen Impfstoff zu verteilen.“