Nicht nur wie hier in Köln gibt es begeisterte Karnevalisten.
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BerlinDer Karnevalsverband Berlin-Brandenburg ist dagegen, die kommende Karnevalssaison abzusagen. „Die Karnevalszeit ist vom 11.11. bis zum Aschermittwoch festgeschrieben“, so Präsident Fred Witschel laut Deutscher Presse-Agentur. Eine Absage sei so, als ob Weihnachtsfest, Ostern oder Pfingsten ebenfalls gestrichen würden.

Schon seit Monaten denke man darüber nach, wie man mit dem Fokus auf Gesundheit an erster Stelle am besten feiern könne. Die Überlegungen gehen Witschel zufolge in die Richtung „Besinnung auf den Ursprung des Karnevals, hin zu alten Bräuchen und Traditionen, weg vom Kommerz“. 

Aussagen von Spahn „Schlag ins Gesicht“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor skeptisch dazu geäußert, ob angesichts der Corona-Pandemie im kommenden Winter Karneval stattfinden könne. Der Verband bezeichnete die Aussagen als „Schlag ins Gesicht“. Das ehrenamtliche Engagement von Tausenden Karnevalisten werde so mit Füßen getreten, so Präsident Witschel. Der Verband forderte Spahn auf, sich mit den Vereinen an einen Tisch zu setzen.

Laut Verband gibt es in Brandenburg fast 140 Karnevalsvereine, in Berlin sind es mehr als ein Dutzend. Abgesagte Veranstaltungen wären für sie ein Problem. „Wir haben zum Teil Fünf-Jahres-Verträge mit Hallen für mehrere Veranstaltungen jährlich“, so Matthias Schulze, Präsident des Karneval Verbands Lausitz 1990. Bei den Veranstaltungen auf Stadt- und Straßenfesten mache der Verein die meisten Einnahmen. Mitgliedsbeiträge decken demnach nur einen kleinen Teil der Kosten ab.