Berlin - Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin und die niedergelassenen Fachärzte für Kinder-und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie haben sich besorgt hinsichtlich der Ergebnisse einer aktuellen Erhebung unter den Berliner Kinder- und Jugendpsychiatern geäußert. Dies teilte die KV am Dienstag mit. Psychische Störungen hätten„ massiv“ zugenommen. Demnach ist die Anzahl von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen stark angestiegen. Als Grund wurde die Corona-Pandemie genannt. 

Besonders betroffen seien die Kinder und Jugendlichen von Depressionen, Angststörungen, Zwangsstörungen, Essstörungen, Verhaltensstörungen, von sozialen Phobien und Schlafstörungen. Aber auch Schulabsentismus, Medienmissbrauch und - abhängigkeit seien ein großes Thema. Wer keine Kontakte pflege, um niemanden anzustecken, dem setzen die psychischen Belastungen besonders stark zu, heißt es. Häufig seien Familienkontakte und die Termine bei Kinder- und Jugendpsychiatern die einzigen Kontakte. 

In einkommensschwachen Familien sei zudem eine deutlich höhere Belastung festgestellt worden. Für Heimkinder sei die Lage „dramatisch“, so die KV. Hier habe sich die Betreuungssituation in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Auch sei es schwieriger geworden, Plätze in psychiatrischen und psychotherapeutischen Einrichtungen zu bekommen. Eingeschränkte Sozialarbeit an den Schulen und Schließungen der Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in den Stadtteilen sollen die Probleme vergrößern.