Kassenärzte-Chef will Ende aller Corona-Maßnahmen

Auch die derzeit noch geltende Maskenpflicht in allen medizinischen Einrichtungen sei nicht mehr nötig, sagt Andreas Gassen. 

Weg mit der FFP2-Maske: Der Kassenärzte-Chef meint, selbst in medizinischen Einrichtungen sei die Maskenpflicht nicht mehr überall nötig.
Weg mit der FFP2-Maske: Der Kassenärzte-Chef meint, selbst in medizinischen Einrichtungen sei die Maskenpflicht nicht mehr überall nötig.dpa/Boris Roessler

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hat ein Ende aller noch verbliebenen Corona-Eindämmungsmaßnahmen in Deutschland gefordert. „Wir erleben seit Monaten dank der guten Immunitätslage der Bevölkerung, dank der Impfungen und erfolgten Infektionen eine sehr viel niedrigere Krankheitslast als 2021, eben eine endemische Krankheitslast“, sagte Gassen am Freitag der Zeitung Welt. Risikogruppen könnten und sollten sich weiter schützen, Pflichtmaßnahmen für alle seien aber nicht mehr nötig.

Der Chef der deutschen Kassenärzte sprach sich unter anderem dafür aus, die generelle gesetzliche Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen abzuschaffen und die Entscheidung den Praxen zu überlassen. Nicht jede Einrichtung habe mit Hochrisikopatienten zu tun. Auch sei die Ausgangslage beim Augenarzt oder beim Psychotherapeuten eine andere als etwa in einer Infektionssprechstunde bei einem Haus- oder HNO-Arzt, fügte Gassen hinzu.

Corona-Maßnahmen auf Bundesebene gelten noch bis 7. April

Nach dem aktuellen Infektionsschutzgesetz gelten die verbliebenen Maßnahmen auf Bundesebene, etwa die FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen und Fernbussen sowie Masken- und Testpflichten im medizinischen und im Pflegebereich, bis zum 7. April.

Die Debatte über ein sofortiges Ende aller Corona-Beschränkungen war neu aufgeflammt, nachdem der prominente Virologe Christian Drosten gesagt hatte, nach seiner Einschätzung sei die Pandemie vorbei. Als Reaktion hatte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) gefordert, „die letzten Corona-Schutzmaßnahmen“ zu beenden. Das wäre per Verordnung der Bundesregierung möglich.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich am Mittwoch allerdings indirekt gegen ein sofortiges Maßnahmen-Ende ausgesprochen und sich damit an die Seite von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gestellt, der entsprechende Forderungen aus der FDP unter Verweis auf volle Kliniken, überlastetes Personal und eine Übersterblichkeit bereits zurückgewiesen hatte.