Kassenärzte-Chef: Harter Lockdown wird scheitern

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, glaubt nicht an einen Erfolg der bis 10. Januar geltenden Maßnahmen. 

Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.dpa/AFPTobias Schwarz

Berlin- Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, rechnet mit einem Scheitern des seit Mittwoch geltenden Lockdowns. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis zum 10. Januar eine relevante Absenkung der Infektionsraten und schon gar nicht der Todesfälle erreichen werden“, sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). Daran werde auch eine Verlängerung des Lockdowns nichts ändern. „Ein Lockdown, egal wie hart, ist keine geeignete langfristige Strategie in der Pandemiebekämpfung.“

Stattdessen sollte mehr für den Schutz der Risikogruppen in den Alten- und Pflegeheimen getan werden. Außerdem müssten Menschenströme entzerrt werden, beispielsweise durch den Einsatz von mehr Bussen und Bahnen, sowie subventionierten Taxifahrten für Risikogruppen, forderte Gassen.