Berlin - Die frühere Eislaufkönigin Katarina Witt sorgt mit einer Wutrede in den sozialen Medien für Aufruhr. Sie hat nach eigenen Aussagen sehr mit dem aktuellen Corona-Lockdown zu kämpfen. „Ihr kennt mich fröhlich, optimistisch und unermüdlich voller Tatendrang. (...) Doch meine wochenlange Contenance wechselt sich langsam mit Ratlosigkeit, Empörung und teilweise Wut ab“, schreibt die 55-Jährige auf ihrer Facebook-Seite. Dann greift sie die für den Lockdown verantwortlichen  Politiker ungewohnt scharf an.  

„Am liebsten würde ich Politiker und Entscheidungsträger auffordern, begeben Sie sich endlich selbst mal in die Lage, in der sie erwarten, dass so viele Menschen hier im Land überleben sollen – seit fast einem Jahr!!!“, so Witt. Dann schlägt sie vor: „Wie wäre es daher mit folgender Solidarität? Politiker und Entscheidungsträger verzichten komplett auf ihr Einkommen und Diäten.

Katarina Witt: Politiker sollten auf ihr Einkommen und Diäten verzichten

Auch für „Miete plus Nebenkosten, für Ministerniederlassungen, Büros, Mitarbeiter, Auto, Fahrer, Versicherungen, Kleinigkeiten wie Speichercloud oder Google-Workspace“ sollten Politiker selbst aufkommen. Erst dann könnten sie „ehrlicherweise laut sagen: Wir sitzen alle im selben Boot und wir schaffen das“.

                                              

Denn diese von Witt aufgezählten Kosten müssten  Unternehmen, Einzelhändler und Selbstständige selbst tragen, obwohl „viele seit Monaten keinerlei Einnahmen mehr haben. Diese Menschen sind zu Recht verzweifelt“, so die die frühere Eislaufkönigin Kati Witt. Sie sei sich „sicher, wenn Politiker diese ökonomische Selbsterfahrung machen würden und die damit einhergehende Verzweiflung, beim ängstlichen Blick auf das schrumpfende Bankkonto, würden Entscheidungen flotter und unbürokratischer getroffen werden“.

Die gebürtige Berlinerin  macht zu gleich deutlich, dass sie keine „Corona-Verleugnerin“ oder „Lockdown-Gegnerin“ sei. Dennoch sei „Vertrauen“ derzeit das Schlagwort der Politik –„und immer wiederkehrende vollmundige Versprechen“, so Witt.

Kati Witt kann Shitstorm gegen Politiker verstehen

Dann will die frühere Profi-Sportlerin wissen: „Wann lassen sie ihren viel zitierten Worten endlich Taten folgen?!“ Sie jedenfalls „vertraue nur denjenigen, die persönlich erfahren, was sie ihrem Gegenüber zumuten“.

Einige Politiker, so Witt, würden sich „sogar ein Socialmedia-Team“ leisten, das „entweder ausführlich Antworten gibt oder den Shitstorm eindämmt“, wenn derjenige seinen Followern mitteilt, „dass nach all der wöchentlichen beruflichen Anstrengung ein privater Wochenendspaziergang, bei dem einem der Wind um die Nase weht, einfach gut tut“. Weil sie befürchtet, dass „auch das der Steuerzahler“ zahlt, ist Witts klare Haltung dazu: „Tja, diesen Shitstorm kann ich verstehen!“

Denn „manch einem zum Nichtstun Verdammten“ friere „vor lauter Zeit zum Spazierengehen nicht nur die Nase ab! Wo ist da das Fingerspitzengefühl?“

Witt berichtet auch von ihrem eigenen Sportstudio, das coronabedingt habe schließen müssen. „Ich darf meinen Mitgliedern das Training nicht anbieten, also gehe ich wie sie im Schneegestöber laufen!“ Jeder versuche, kreativ und mit Optimismus seinen unternehmerischen Traum fortzusetzen. Doch das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels sehe sie im Moment nicht. „Leider nein, momentan nur meine Nachttischlampe.“