Berlin - Das Jahr mit dem Coronavirus hat tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen: „Wir sitzen in einem Boot“ sei einfach „nicht der Fall". So beklagt Katarina Witt als Betreiberin eines Fitnessstudios in Potsdam die fehlende Öffnungsperspektive am Dienstagabend in der RBB-Sendung „Wir müssen reden“.

Die Olympiasiegerin im Eiskunstlauf will nicht nur für die Branche der Sport- und Fitnessstudios sprechen. Sie weise lediglich stellvertretend für viele Wirtschaftsbereiche auf die Ungleichbehandlung hin: „Sie haben Unternehmer, Sie haben Branchen, die verdienen seit zwölf Monaten kein Geld, haben Kosten und die Hilfen, die kommen einfach nicht. Und baden tatsächlich das Missmanagement unserer Politik aus.“ Laut Witt sei man von dem Gefühl „Wir schaffen das“ weit entfernt.

Katarina Witt: Politiker sollten auf ihr Einkommen und Diäten verzichten

Anfang Februar war Katarina Witt mit ihrer „Wut“ auf die aktuelle Corona-Politik auf Facebook an die Öffentlichkeit gegangen. In ihrem Post griff die 55-Jährige die für den Lockdown verantwortlichen Politiker scharf an.

„Am liebsten würde ich Politiker und Entscheidungsträger auffordern: Begeben Sie sich endlich selbst mal in die Lage, in der Sie erwarten, dass so viele Menschen hier im Land überleben sollen – seit fast einem Jahr!!!“, so Witt. Dann schlug sie vor: „Wie wäre es daher mit folgender Solidarität? Politiker und Entscheidungsträger verzichten komplett auf ihr Einkommen und Diäten.

Auch für „Miete plus Nebenkosten, für Ministerniederlassungen, Büros, Mitarbeiter, Auto, Fahrer, Versicherungen, Kleinigkeiten wie Speichercloud oder Google-Workspace“ sollten Politiker selbst aufkommen. Erst dann könnten sie „ehrlicherweise laut sagen: Wir sitzen alle im selben Boot und wir schaffen das.“