Bundesweiter Warntag am Donnerstag: Sirenen in Berlin noch nicht bereit 

Vor zwei Jahren gab es beim ersten bundesweiten Warntag Pannen. Das soll nun besser werden – gerade mit der Warnung über das Handy.

Eine Alarmsirene auf einem Hausdach
Eine Alarmsirene auf einem Hausdachdpa/Jens Büttner

Am bundesweiten Warntag an diesem Donnerstag wird es in Berlin noch keine Warnung über Sirenen geben. Zum einen stehen von den 400 Sirenen, die aufgebaut werden sollen, bisher erst sehr wenige zur Verfügung. Zum anderen könnten sie nicht angesteuert werden, weil die Technik für die Anbindung an das modulare Warnsystem vom Bund entwickelt werde und noch nicht betriebsbereit sei, teilte der Senat im Internet mit.

Die Testwarnungen um 11 Uhr gehen also vor allem über Radio und Fernsehen, Mobilfunknetze und digitale Anzeigetafeln im Stadtgebiet raus. Auf Handys empfängt man die Warnungen über die Warn-Apps NINA und KATWARN. Einige Mobilfunkanbieter schicken sie auch per SMS an die Telefone, ohne dass der Nutzer eine entsprechende App haben muss.

Bundesweiter Warntag: Um 11 Uhr wird der Alarm ausgelöst, auch auf Handys

Die Testmeldungen werden vom Bund zentral um 11 Uhr ausgelöst, um die Funktionsfähigkeit der in Deutschland ansteuerbaren Informationskanäle zu prüfen. Die Entwarnung ist für 11.45 Uhr vorgesehen. (Webseite zum Warntag)

Der Aufbau der 400 neuen Warnsirenen sollte in Berlin eigentlich bis Ende des Jahres beendet sein. Nach den Erfahrungen beim Warntag im September 2020 hatte der Bund beschlossen, ein Förderprogramm zur Stärkung des Sirenennetzes aufzulegen, und den Ländern dafür Millionensummen überwiesen. Bis August waren nur etwas mehr als 20 Sirenen auf Gebäuden installiert.

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte am vergangenen Montag im Innenausschuss eingeräumt: „Das läuft nicht so, wie ich mir das vorstelle, das sage ich hier ganz offen.“ Die beauftragte Firma habe Probleme mit den Standorten und der Statik. Es gehe um die Sicherheit, dass die Sirenen nicht beim nächsten Sturm heruntergeweht werden, sagte Spranger. Dafür sei die Firma zuständig, nun werde der entsprechende Vertrag überprüft.

Warnung vor zwei Jahren über Nina und Katwarn kam zu spät

Vor zwei Jahren gab es beim ersten bundesweiten Katastrophen-Warntag auch in Berlin eine Panne. Die Gefahrenmeldung der Warn-Apps Nina und Katwarn kam erst mit einer guten halben Stunde Verspätung nach dem offiziellen Start um 11 Uhr an. Sirenen heulten anders als in anderen Teilen des Landes nicht, weil es diese schon länger nicht mehr gab.

Korrektur: In einer früheren Version des Textes hieß es, der bundesweite Warntag sei am Mittwoch. Tatsächlich ist er am Donnerstag, den 8. Dezember 2022. Die Warnung beginnt um 11 Uhr. Es handelte sich um einen Fehler der Nachrichtenagentur dpa, den wir übernommen haben.