Aufgrund einer bundesweiten Störung kommt es seit Dienstagvormittag zu Problemen bei der Abwicklung von Kartenzahlungen. Wie das Verbraucherportal Chip berichtet, sind Discounter und Händler im gesamten Bundesgebiet betroffen. Auch am Mittwoch werden noch Probleme mit dem Zahlen erwartet.

Nach Informationen des Verbraucherportals sind besonders Filialen von Netto Marken-Discount, Edeka und vereinzelte Rewe-Filialen betroffen. Aber auch bei Aldi Süd, Aldi Nord, Rossmann und dm kommt es vereinzelt zu Problemen bei der Kartenzahlung. Auch Kreditkarten sind von der Störung betroffen.

Kartenzahlung gestört: Ursache wohl Zertifikatsfehler

Erstmals sei das Problem am Dienstagvormittag aufgetreten. Die Einzelhandelskette Konsum aus Dresden schrieb über Facebook „Achtung, ein wichtiger Hinweis für euch! Aufgrund einer deutschlandweiten Störung ist aktuell keine Kartenzahlung in unseren Märkten möglich.“

Wie lange die Störung dauern wird, ist unklar. Offenbar sind nur bestimmte Kartenlesegeräte betroffen, welche die Zahlungsdaten zwar auslesen, diese allerdings nicht weiterleiten können. „Die Terminals können sich nicht mit dem Host verbinden. Es wird bereits an einer Störbehebung gearbeitet“, erklärte der Softwareanbieter Huth gegenüber dem Verbraucherportal.

„Wir verzeichnen, wie auch andere Netzbetreiber, aktuell bundesweit erhebliche Einschränkungen bei der Verarbeitung von Transaktionen bei Kartenzahlungsterminals des Typs H5000 des Herstellers Verifone“, teilte der Zahlungsdienstleister Payone am Mittwoch in Frankfurt mit. Ursache sei den ersten Erkenntnissen nach ein Zertifikatsfehler innerhalb bestimmter Versionen der von dem US-Hersteller bereitgestellten Software.

Auch auf der Plattform allestörungen.de häufen sich die Berichte von Problemen bei Anbietern wie Visa, Sparkasse oder Commerzbank. Die Meldungen stammen aus zahlreichen Orten Deutschlands.

Störung bei Kartenzahlung: Software muss wohl neu eingespielt werden

Der Bundesverband deutscher Banken stellte stellvertretend für die Deutsche Kreditwirtschaft klar, dass die betreffenden Terminals zwar komplett für alle Zahlungsarten ausfallen, der entsprechende Typ jedoch nur einen geringen Anteil an allen in Deutschland eingesetzten Geräten ausmache. „Netzbetreiber und technische Dienstleister arbeiten intensiv an einer Fehlerbehebung“, hieß es weiter.

Auch der Finanzdienstleister Concardis bestätigte das Problem mit dem Terminal-Typ. Ein Sprecher des Unternehmens machte jedoch deutlich, dass betroffene Händler keinen eigenen Neustart der Geräte vornehmen sollten. Auch sollten die Geräte weiterhin an Strom und Netzwerk angeschlossen bleiben. Nur so könne der Hersteller das Problem lösen. Payone geht davon aus, dass eine neue Software eingespielt werden muss, um den Fehler zu beheben.

Payone und Concardis gaben an, dass sie mit Verifone in Kontakt stünden und an einer Behebung des Problems arbeiteten. Verifone äußerte sich bislang nicht.

Anbieter alternativer Zahlungsmethoden – wie beispielsweise per QR-Code – sehen sich durch den Vorfall gestärkt. Wie das Beratungsunternehmen ZIIB mitteilte, funktionieren QR-Systeme ganz ohne Terminal-Hardware. Daher könne man hierdurch Umsatzausfälle vermeiden. (mit dpa)