In der Ukraine hat der erste Prozess gegen einen russischen Soldaten wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen begonnen. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich bei dem Angeklagten um einen 21-Jährigen. Er bekannte sich am Mittwoch für schuldig.

Der 21-Jährige soll am 28. Februar in der Nordukraine aus einem gestohlenen Auto heraus einen unbewaffneten Zivilisten erschossen zu haben. Ihm droht nun eine lebenslange Haftstrafe wegen Kriegsverbrechen und vorsätzlichen Mordes.

BKA schickt Hilfe zur Aufklärung von Kriegsverbrechen

Die Ukraine wirft der russischen Armee vor, seit Beginn des Krieges mehrere Kriegsverbrechen begangen zu haben. Auch der internationale Strafgerichtshof ermittelt und schickte ein Team von 42 Ermittlern in die Ukraine. Die US-Regierung kündigt an, eine neue Einheit zur Dokumentation und Untersuchung russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine zu bilden.

Auch das Bundeskriminalamt schickte Anfang Mai erste Materialien und Geräte in die Ukraine, um die Unterstützung mutmaßlicher Kriegsverbrechen zu unterstützen. In Berlin können Flüchtlinge aus der Ukraine zu Kriegsverbrechen aussagen. Ziel sei es, mit den gesammelten Berichten so viele Details wie möglich über die Vergehen im Ukraine-Krieg und die Straftäter zu sammeln. „Jedes Verbrechen und jeder Soldat, der es begangen hat, muss bestraft werden“, teilte das Pilecki-Instituts mit. Die Dokumente sollen vor Gericht Beweiskraft haben. (mit dpa)