Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko schließt einen russischen Angriff mit Atomwaffen auf sein Land nicht aus. „Wir rechnen mit allem: chemischen Waffen, Atomwaffen“, sagte der Ex-Schwergewichtsboxer im Interview mit dem Sender ntv nach einer Übergabe von acht Löschzügen aus Deutschland.

Klitschko forderte erneut die Lieferung schwerer Waffen aus Deutschland an die Ukraine. „Wir brauchen die schweren Waffen aus Deutschland sofort“, sagte er am Montag der Bild-Zeitung. „Jede Verzögerung kostet Menschenleben. Das sollte jedem klar sein. Ich kann diese Debatte nicht verstehen.“

Zu Details äußerte sich Klitschko nicht. In dem Interview mit ntv sagte er: „Ich bin kein Waffenexperte, aber wir brauchen Panzer und Flugzeuge.“

Scholz eher skeptisch bei Lieferung schwerer Waffen

Die Bundesregierung liefert bislang keine schweren Waffen an die Ukraine. Zur Begründung verweist sie unter anderem auf notwendige Absprachen mit Partnerländern sowie darauf, dass ukrainische Soldaten nicht für die Geräte ausgebildet seien. Während in der Ampelkoalition vor allem Politikerinnen und Politiker von Grünen und FDP für die Lieferung schwerer Waffen plädieren, ist die SPD von Kanzler Olaf Scholz eher skeptisch.

Klitschko äußerte sich in dem Bild-Interview auch zur Lage in Kiew. Die Menschen sollten noch nicht in die ukrainische Hauptstadt zurückkehren, warnte er. „Kiew ist noch nicht sicher, das haben wir erst gestern bei einem Raketenangriff erlebt.“

Den Sendern RTL und ntv sagte Klitschko zur ukrainischen Absage an einen Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Es war ein diplomatischer Fehler. In dieser Zeit müssen wir Einigkeit demonstrieren.“ Klitschko lud zugleich Bundeskanzler Scholz ein, Kiew zu besuchen.