Berlin - Berliner Kinder mit Migrationshintergrund bekommen seltener einen Kita-Platz als Kinder ohne Migrationshintergrund. Unter Umständen kann es so schon für die betroffenen Kinder in den ersten Lebensjahren zu Benachteiligungen und schlechteren Bildungschancen kommen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie des Research Institute on Lifelong Learning (RILL) in Zusammenarbeit mit dem Trägerbündnis Kita-Stimme.berlin. Die Wissenschaftler haben den Kita-Platz-Mangel in Berlin untersucht.    

Zusammengefasst heißt es dort: „Eltern nicht-deutscher Herkunft, die ein Kind über drei Jahren betreuen lassen wollen, erhalten nur in acht von zehn Fällen eine Zusage. Eltern ohne Migrationshintergrund mit Betreuungsbedarf in dieser Altersgruppe bekommen dagegen praktisch immer einen Kita-Platz.“ Noch deutlicher sei die Diskrepanz bei den unter Dreijährigen: Hier bekommen laut der Studie sechs von sieben Kinder ohne Migrationshintergrund einen Platz. Aber nur etwas mehr als jedem zweiten Kind mit nicht-deutschen Wurzeln werde in dieser Altersgruppe ein Platz zugewiesen. 

Große Unterschiede in Berliner Bezirken

Während bei den über Dreijährigen ohne Migrationshintergrund nahezu jedes Kind eine Kita besucht, bleiben manche Kinder mit Migrationshintergrund einfach zu Hause. Die Zahlen sind je nach Bezirk sehr unterschiedlich. In Spandau, Treptow-Köpenick und Reinickendorf besuchen weniger als 70 Prozent der über Dreijährigen mit Migrationshintergrund eine Kita. In Marzahn-Hellersdorf sind es sogar nur rund 60 Prozent.  

„Die Ergebnisse dieser Studie sind für mich nicht überraschend, aber umso alarmierender. Wir alle, Politik, Verwaltung und Kitaträgerinnen müssen alle Anstrengungen unternehmen, um Zugangshindernisse für Familien mit Migrationshintergrund abzubauen. Dazu gehört ein durch ausreichend Fördermittel abgesicherter Kitaplatzausbau“, sagt Kathrin Janert, Vorständin Evangelischer Kirchenkreisverband für Kindertageseinrichtungen Berlin Mitte-Nord.

In Berlin und Brandenburg hat derjenige laut der Studie einen Migrationshintergrund,  der entweder im Ausland geboren wurde, eine zweite Staatsbürgerschaft hat oder eingebürgert wurde. Kinder unter 18 Jahren haben laut Definition einen Migrationshintergrund, wenn mindestens ein Elternteil eines dieser drei genannten Kriterien erfüllt.