Berlin - Nach der Konferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Neubewertung der Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren aufgerufen. „Das Risiko von Nebenwirkungen durch die Impfung ist extrem gering, das zeigen alle Daten aus anderen Ländern“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach der Düsseldorfer Rheinischen Post. Er persönlich sei ein „Befürworter dieser Impfungen“.

„Deswegen wünsche ich mir eine zeitnahe Neubewertung durch die Stiko. Und nicht nur ich tue das, sondern auch meine Patientinnen und Patienten und deren Eltern“, betonte Fischbach. Es sei den Kindern und Jugendlichen nicht zuzumuten, „dass der Streit um Freiheiten für Geimpfte und Ungeimpfte in die Klassenzimmer getragen wird“.

Er halte aber nichts davon, Kindern und Jugendlichen zuerst in den Impfzentren ein Impfangebot zu machen, sagte Fischbach der Zeitung. „Das sollten wir Kinder- und Jugendärzte machen. Wir kennen unsere Patientinnen und Patienten meist seit Jahren und können sie am besten nach ihren individuellen Bedürfnissen beraten.“

Laut dem Beschluss der Gesundheitsminister der Länder im Einvernehmen mit dem Bund soll es künftig mehr niederschwellige Impfangebote für Jugendliche und junge Erwachsene etwa in Berufsschulen und Universitäten geben. Einbezogen werden sollen auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Mit ihrer Entscheidung umgingen die Ministerinnen und Minister die Stiko, die Corona-Impfungen für 12- bis 17-Jährige bislang nur bei Vorliegen besonderer Risiken empfiehlt. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens gab die Erwartung, dass auch die Impfkommission sich bald erneut zu Impfungen für ab Zwölfjährige äußern werde.