Berlin - Nach der Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren wird es voraussichtlich auch ein breiteres Impfangebot in Berlin geben. „Die Nachfrage wird immens steigen und dann werden wir die Impfung auch flächendeckend anbieten können“, sagte der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Laut Maske bieten derzeit etwa 60 Prozent der Kollegen Impfungen an. Der Anteil werde voraussichtlich steigen.

Viele Eltern seien aber nach wie vor skeptisch. „Durch das Einmischen der Politik ist es zu einer wahnsinnigen Verunsicherung gekommen. Aber wir Kinderärzte sind ja dazu da, zu beraten, und Eltern die Verunsicherung zu nehmen“, sagte Maske. Jetzt sei klar, dass die Impfung sicher und ungefährlich ist. „Das geben die Daten nun wirklich her“.

Stiko empfiehlt Impfung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich nun für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte das Gremium am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen noch möglich.

Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte das Gremium. Es verwies etwa auf nahezu zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im amerikanischen Impfprogramm. Die bisherige Zurückhaltung hatte Stiko-Chef Thomas Mertens zuletzt mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden begründet.

Die Stiko war in den vergangenen Wochen wiederholt von verschiedenen Politikern aufgefordert worden, ihre vorsichtige Haltung zum Impfen von Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren zu überdenken. Das Gremium hat die Immunisierung in der Altersgruppe bislang vor allem jenen empfohlen, die bestimmte Vorerkrankungen wie Fettleibigkeit oder chronische Lungenkrankheiten haben – oder Menschen mit besonderem Corona-Risiko im Umfeld.