Berlin82 Einsatzkräfte haben am Mittwoch in Berlin, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein Wohnungen wegen des Verdachts des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie durchsucht. In Berlin waren 66 Polizisten und eine Staatsanwältin im Einsatz.

In der Hauptstadt waren im Rahmen eines von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin geführten Ermittlungskomplexes elf Wohnungen in Wilmersdorf, Friedrichshain, Kreuzberg, Pankow, Neukölln, Reinickendorf, Schöneberg und Spandau betroffen.

Bei Durchsuchungen bei einem der Beschuldigten im April und November 2019 hatte die Auswertung von sichergestellten Beweismitteln zur Identifizierung 14 weiterer Tatverdächtiger in Deutschland geführt. Diese sollen in engem Kontakt mit dem Mann gestanden sowie kinderpornografische Dateien und Erfahrungen über den sexuellen Missbrauch von Kindern ausgetauscht haben.

Ein Teil der Beschuldigten steht laut gemeinsamer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft im Verdacht, kinderpornografische Filme im Rahmen von Partys vorgeführt beziehungsweise angesehen zu haben. Dabei sollen auch Betäubungsmittel konsumiert worden sein. In den anderen Bundesländern durchsuchte die Polizei in Amtshilfe für Berlin vier Wohnungen.

Europaweite Aktionen gegen Kinderhandel

Die Beamten stellten unter anderem vorläufig mehrere Datenträger sicher. Im Zuge einer Durchsuchung in Berlin wurden offiziellen Angaben zufolge ein Beschuldigter und mindestens ein Polizist verletzt. 

Bei europaweiten Polizeiaktionen gegen Kinderhandel in zwölf Staaten – darunter Deutschland – wurden in der ersten Oktoberhälfte außerdem 388 Tatverdächtige festgenommen. Das teilte die europäische Polizeibehörde Europol am Mittwoch mit. Großbritannien, Portugal und Spanien koordinierten die Einsätze.