Paris/Épinal - Nach der Entführung einer Achtjährigen rätselt Frankreich über das Schicksal der kleinen Mia. Es sei möglich, dass sie mit ihrer Mutter im Ausland sei, sagte der zuständige Staatsanwalt, Nicolas Heitz, am Freitag. Das Mädchen war am Dienstag in den Vogesen im Dorf Poulières nahe der deutschen Grenze entführt worden. Dort hielt sich Mia bei ihrer Großmutter auf, Mias Mutter durfte das Kind nicht mehr alleine sehen. Laut Staatsanwalt sind vier verdächtige Männer in Gewahrsam genommen worden, die Mia im Auftrag der Mutter entführt haben sollen.

Zwar seien die Männer bisher nicht vorbestraft, aber sie waren bereits im Visier der Anti-Terrorstaatsanwaltschaft, so die Ermittler. Im Haus eines Mannes seien Materialien entdeckt worden, mit denen wahrscheinlich Sprengstoff hergestellt werden könne, sagte Heitz. Die verdächtigen Männer sollen Medienberichten zufolge der Bewegung der Survivalists oder Prepper nahestehen.

Mias Mutter soll die Verdächtigen über das Internet kontaktiert haben

Die Männer hätten angegeben, dass Mias Mutter sie über das Internet kontaktiert habe. Sie hätten sich gegenüber der Oma als Beamte des Jugendamts ausgegeben und später ersten Erkenntnissen nach Mia ihrer Mutter übergeben. Diese hat den Behörden nach „am Rande der Gesellschaft“ leben wollen und nicht gewollt, dass sich jemand in ihr Leben oder das ihrer Tochter einmischt. Staatsanwalt Heitz betonte, dass der Ort der Entführung, die Vogesen in Ostfrankreich, nicht weit von mehreren Landesgrenzen entfernt seien. Das sind besonders die Grenzen zu Deutschland und der Schweiz.