Hagen - Wegen mutmaßlichen Fehlverhaltens in der Kinderbetreuung hat die Staatsanwaltschaft Hagen Anklage gegen die frühere Leiterin einer inzwischen geschlossenen Kindertagesstätte in der Stadt am Rand des Ruhrgebiets erhoben. Der nicht vorbestraften 58-jährigen Hagenerin werden vor allem Freiheitsberaubung und Nötigung von Kindern vorgeworfen, wie der Sprecher das Amtsgerichts Hagen am Montag berichtete.

Die Frau soll unter anderem Kinder eingesperrt haben. Auch soll sie damit gedroht haben, dass die Kinder in einen Spiegel gezaubert werden und ihre Eltern nicht mehr wiedersehen, wenn sie etwas aus dem Kindergarten erzählen. Über die Anklage hatten zuvor Westfalenpost und Bild berichtet.

Kita in Hagen nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschlossen

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau 19 Taten vor, die sie von Oktober 2019 bis November 2020 begangen haben soll. Sieben Kinder werden nach Angaben des Amtsgerichts in der Anklageschrift namentlich genannt. Der Verteidiger der Frau wies laut Bild-Zeitung die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als „haltlos“. Die Kindertagesstätte einer privaten Elterninitiative mit rund 20 Jungen und Mädchen war kurz nach Bekanntwerden der Ermittlungen geschlossen worden.

Die Hauptverhandlung soll am 10. Februar in Hagen beginnen. Weil Kinder betroffen sind, hat die Staatsanwaltschaft die Anklage beim Jugendschöffengericht eingereicht, das in diesem Fall als Jugendschutzgericht fungiert. Die Frau werde aber nach dem Erwachsenenstrafrecht beurteilt, sagte der Sprecher weiter.