Der Streit um einen geplanten und dann wieder abgesagten Auftritt des Corona-Kritikers Captain Future im Berliner Szene-Laden KitKatClub eskaliert. Ananto, der Veranstalter der Mystic Rose, der Captain Future zunächst gebucht hatte, ist „bis in die Knochen geschockt, was ich hier, vor allem auf der KitKatClub Official Page lesen musste“. In einem emotionalen Statement verteidigt er Michael B., der unter dem Künstlernamen Captain Future bekannt ist. Ananto schreibt: „Ich habe ihn als einen weltoffenen und inspirierten Menschen kennengelernt. In meinen Augen ist er ein Freak, ein Anarchist, mit eher linken Ideen. Er ist Agent Provokateur, ein Enfant Terrible der Berliner Szene. Er greift zu Mitteln des Protestes, die man fragwürdig finden kann. Und er war vielleicht zu dumm oder naiv, sich mit Nazis oder AfDlern ablichten zu lassen. Aber er ist eines definitiv nicht: Ein Nazi. Oder ein Rechter. Oder rechtsoffen“.

Und weiter: „Um euch zu zeigen, wie emotional diese Diskussion inzwischen ist: Heute, Samstagmorgen, war an einer Mauer im Mauerpark zu lesen: ‚Tötet Captain Future‘. Ein öffentlicher Mordaufruf.“ Zudem stellt er klar, dass der KitKatClub und dessen Chefin nichts mit dem umstrittenen Booking zu tun hatten. So heißt es: „Wenn ihr ein Problem mit meinem Booking habt, dann kommt bitte zu mir - nicht zu Kirsten oder dem Club. Ich finde es unerträglich, dass der KitKat diesen Shitstorm über sich ergehen lassen musste. Deshalb werde ich mein Booking von Captain Future zurücknehmen, um dem Club nicht noch weiter zu schaden. Es war mir nicht bewusst, dass sein Booking eine solche Welle von Hass und Negativität auslöst.“

Am Mittwoch meldete sich auch der KitKatClub und teilte mit: „Unser hoffentlich letztes Statement zur Causa Captain Future: Es war immer Clubpolitik, dass wir uns in die Bookings externer Veranstalterinnen und Veranstalter nicht einmischen. Das wird auch in Zukunft so bleiben. Allerdings wollen wir nicht, dass sich so eine Situation wiederholt. Wir werden deshalb mit allen Veranstalterinnen und Veranstaltern reden, um genau das sicherzustellen.“