Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke).
Foto: Berliner Zeitung/Paulus Ponizak

BerlinDie neu beschlossenen Maßnahmen des Senats werden sich laut Kultursenator Klaus Lederer frühestens in 14 Tagen in den Infektionszahlen niederschlagen. „Bis dahin wird die Inzidenz weiter steigen und sie steigt dramatisch“, twitterte der Linke-Politiker am Mittwoch. Alle müssten nun überlegen, was sie zur Durchbrechung der Infektionsketten tun könnten. „Sonst wird es bitter“, schrieb Lederer.

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen hatte Berlin am Dienstagabend die Sperrstunde beschlossen: Restaurants, Bars, Kneipen und auch Spätis müssen künftig von 23 bis 6 Uhr schließen. Nur Apotheken und Tankstellen dürfen offen bleiben, Tankstellen dürfen dann allerdings nur Kraftstoffe und Ersatzteile verkaufen.

Strengere Beschränkungen gibt es zudem für den Aufenthalt im Freien und für private Feiern. Die Personenzahl im Freien wurde auf fünf Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder auf Personen aus zwei Haushalten beschränkt. Für private Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von zehn Personen. Diese Regelungen treten am Sonnabend in Kraft und gelten bis zum 31. Oktober.

Der Senat reagierte damit auf die Tatsache, dass die zweite Berliner Corona-Ampel am Dienstag auf Rot gesprungen war. Neben der 7-Tage-Inzidenz, also der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche, steht nun auch die Ampel für die Reproduktionszahl auf Rot. 1,26 Menschen steckt ein Infizierter in Berlin im Schnitt an (Stand Dienstag). Die Infektionen der vergangenen sieben Tage liegen bei 44,2 auf 100.000 Einwohner. Der Grenzwert ist 30.

Die CDU ermahnte den Senat unterdessen, die Corona-Regeln besser durchzusetzen. „Der Senat ist schnell bei dem Erlass neuer Verbote. Aber er ist unfähig, diese durchzusetzen und die Infektionsherde einzudämmen“, erklärte CDU-Fraktionschef Burkard Dregger am Mittwoch.

„Wenn Schutzmaßnahmen nicht konsequent durchgesetzt werden, werden sie als Bestrafung derjenigen empfunden, die sich an die Regeln halten“, fuhrt er fort. „Deshalb sollte der Senat endlich die bestehenden Vorschriften mit allem Nachdruck durchsetzen und insbesondere die wilden Corona-Partys verhindern.“