Klima-Kleber stören wieder: „Letzte Generation“ blockiert Berliner Norden

Wieder unterbrechen Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ den Berliner Berufsverkehr. Die Aktionen am Montag seien teils nicht angemeldet gewesen.

Aktivisten der „Letzten Generation“ am Montagmorgen auf der Invalidenstraße.
Aktivisten der „Letzten Generation“ am Montagmorgen auf der Invalidenstraße.„Letzte Generation“

Klima-Demonstranten haben in Berlin erneut für Stau gesorgt. Auf der Berliner Stadtautobahn A100 war am Montagmorgen im Dreieck Funkturm in Richtung Neukölln die Überleitung zur A115 gesperrt, teilte die Berliner Verkehrsinformationszentrale (VIZ) auf Twitter mit. Hier seien wieder Klima-Demonstranten „mit einer nicht angemeldeten Aktion am Werk“. Auch weitere Straßen Berlins waren von Blockaden betroffen. 

„Letzte Generation“ klebt auch im Wedding und Prenzlauer Berg auf der Straße

Klimaaktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“ blockierten zudem am Montagmorgen eine Kreuzung am Gesundbrunnen. Hier war die Badstraße Richtung Mitte in Höhe Böttgerstraße gesperrt. Mehrere Aktivisten saßen dort auf der Straße und hatten teils ihre Hände am Asphalt festgeklebt. 

Aktivistinnen und Aktivisten am Montag auf der Badstraße.
Aktivistinnen und Aktivisten am Montag auf der Badstraße.„Letzte Generation“

Eine weitere Sperrung gab es Berlin-Prenzlauer Berg. Auch in Moabit kam es zu Störungen im Berufsverkehr. Dort war die Invalidenstraße Richtung Chausseestraße zwischen Tunnel Tiergarten/Spreebogen und Friedrich-List-Ufer am Morgen blockiert. Nach Informationen der VIZ ist die Straße dort inzwischen geräumt und der Verkehr kann wieder fließen.

Die Polizei bestätigte auch zwei Vorfälle auf der A100: Auf der Halenseebrücke seien zwei Menschen festgestellt worden, sagte eine Sprecherin. Auf der Abfahrt Tempelhofer Damm habe es zudem einen „Versuch des Festklebens“ gegeben.

Rettungskräfte verspäten sich wegen Klima-Protesten

Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr sind nach Angaben eines Sprechers wegen Protesten von Klimademonstranten verspätet an einem Unfallort in Berlin-Wilmersdorf eingetroffen. Die Kollegen hätten mit einem sogenannten Rüstwagen mit Spezialtechnik, die etwa zum Anheben schwerer Lasten eingesetzt wird, eine „recht relevante Zeit“ im Stau auf der Stadtautobahn A100 gestanden, sagte Sprecher Rolf Erbe am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Rettung hat sich dadurch zeitlich verzögert.“

Die „Letzte Generation“ teilte mit, sie sei bestürzt und könne nicht ausschließen, dass die Verspätung des Rüstwagens auf einen durch sie verursachten Stau zurückzuführen sei. „Wir hoffen inständig, dass sich ihr Gesundheitszustand durch die Verspätung nicht verschlimmert hat“, erklärte Sprecherin Carla Hinrichs. „Bei all unseren Protestaktionen ist das oberste Gebot, die Sicherheit aller teilnehmenden Menschen zu gewährleisten.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte die Aktion erneut scharf: „Spätestens jetzt sollte man sich mal vom Märchen des harmlosen Protests verabschieden. Wer Verkehrswege blockiert, riskiert und behindert die Handlungsfähigkeit der Inneren Sicherheit und nimmt auch bewusst in Kauf, dass Menschen in Not länger auf Hilfe von Polizei und Feuerwehr warten müssen“, so Sprecher Benjamin Jendro. Bei den „Guerilla-Aktionen im Zeichen des Klimas“ werde mit der Gesundheit der Bevölkerung gespielt.

Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kritisierte die Aktionen erneut: „Es gibt keine Rechtfertigung dafür, das Leben anderer zu gefährden“, sagte sie. „Diese Blockierer:innen nehmen die Bevölkerung bewusst in Geiselhaft und die Gefahren in Kauf.“ Ob sie im Zusammenhang mit dem Unfall rechtlich eine Schuld treffe, bleibe durch die Justiz zu klären. Anders verhalte es sich bei der moralischen Frage.

Protestierende für den Klimaschutz hatten zuletzt fast täglich mit Blockaden für erhebliche Behinderungen auf Berlins Straßen gesorgt. In den vergangenen Monaten hatte die Polizei viele Autobahnausfahrten im Visier und einige Blockaden verhindert. Am Montag kündigten die Aktivisten an, ihre Aktionen in den nächsten Tagen auch auf München auszuweiten.