Klimaaktivisten haben am Mittwoch versucht, mehrere Rohöl-Pipelines an fünf Orten in Deutschland abzuschalten. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, fordern die Teilnehmer der Aktion von der Bundesregierung, sich nicht von russischem Gas abhängig zu machen.

Die Gruppe „Aufstand der letzten Generation“ bekannte sich zu der Aktion. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilten sie Videos und Fotos, die zeigen, wie Aktivisten auf dem Gelände der Pipelines stehen. „Ich habe mich dazu entschlossen, so lange weiterzumachen bis gehandelt werden wird, bis die Klimakrise als die Krise und Gefahr wahrgenommen wird, die sie ist“, so eine Aktivistin.

Die Aktivisten sollen die Notfallstation der Pipelines in Teams von jeweils zwei Personen betreten haben. Sie sollen die Sperrventile geschlossen haben, die den Fluss von Öl und Gas gewährleisten. Über die Sperrventile wird gewährleistet, dass Öl und Gas im Notfall sicher abgestellt werden können. Ob der Ölfluss tatsächlich unterbrochen wurde, blieb zunächst offen.

Die Polizei bestätigte den Vorfall. Beteiligt waren demnach ein 37 Jahre alter Mann und eine 19-jährige Frau, die sich an der Anlage festgeklebt hatte. Beide Aktivisten seien „in Obhut“ genommen worden, sagte Polizeisprecher Stefan Möhwald. Der Pipeline-Betreiber PCK in Schwedt erklärte: „Die Pipelines sind aktuell im Betrieb und nicht gestört.“ Ob der Ölfluss zeitweise unterbrochen war, blieb unklar.

Eine ähnliche Aktion gab es laut Polizei in Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz: Zwei Männer hatten sich an einer Anlage „festgekettet beziehungsweise mit Klebstoff angeklebt“. Öl sei nicht abgedreht worden, Schaden sei nicht entstanden. Es werde ein Strafverfahren wegen mutmaßlichen Hausfriedensbruchs eingeleitet.