Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer hält eine kleine Verschiebung beim Kohleausstieg wegen der Sanktionen gegen Russland für unproblematisch. Die europäische Emissionsobergrenze werde automatisch dazu führen, dass Deutschland etwa 2030 aussteigen werde. „Wenn das aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht möglich ist, dann wird es im schlimmsten Fall etwas später.“ Das sei keine schöne Entwicklung, aber man müsse sich nicht sklavisch an Ausstiegsdaten orientieren, solange die Emissionsobergrenze eingehalten werde.

Edenhofer fordert zudem, das geplante Klimapaket von 200 Milliarden Euro auch für die soziale Abfederung zu nutzen. „Alles, was den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibt, ist gut. Ein Teil des Geldes sollte aber auch als Hilfe für private Haushalte verwendet werden, um soziale Verwerfungen zu vermeiden“, sagte Edenhofer der Düsseldorfer Rheinischen Post (Mittwoch). Es dürfe nicht nur die Industrie subventioniert werden.

Die Erhöhung der Pendlerpauschale hält er aber für den falschen Weg: „Sie entlastet einkommensschwache Haushalte nicht, das zeigt die Forschung klar. Das Geld sollte als Sozialausgleich beim CO2-Preis eingesetzt werden.“ Die Bundesregierung hatte am Wochenende angekündigt, etwa 200 Milliarden Euro für Energiesicherheit und Klimaschutz bis 2026 zur Verfügung zu stellen.