„Klimaticket Deutschland“: So viel soll der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket kosten

Die Verkehrsminister planen offenbar ein günstiges Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket. Es soll bundesweit gültig und als Jahresabo erhältlich sein.

Eine S-Bahn fährt am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein.
Eine S-Bahn fährt am Berliner Bahnhof Ostkreuz ein.dpa/Christoph Söder

Die Verkehrsminister der Länder wollen offenbar den Weg frei machen für ein bundesweit gültiges 49-Euro-Ticket. Dieses sei als Nachfolge für das 9-Euro-Ticket gedacht. Das geht aus einem Bericht der Rheinischen Post hervor. Sie beruft sich dabei auf ein Eckpunktepapier für die an diesem Mittwoch beginnende Verkehrsministerkonferenz.

Demnach heißt es in dem Eckpunktepapier: „Das Ticket soll zum Start für den Preis von 49 Euro im Jahresabo erhältlich sein.“ Dieser Startpreis solle zu einem hohen Anteil von Neukunden führen und habe eine hohe Klimawirkung. Laut Rheinischer Post soll das „Klimaticket Deutschland“ personalisiert und nicht übertragbar sein. Das Ticket soll sowohl digital als auch analog angeboten werden.

Mehrere Fahrkartenmodelle sollen zur Entscheidung vorgelegt werden

Die Verkehrsministerinnen und -minister der Länder kommen an diesem Mittwoch (13 Uhr) zusammen. Auf der Tagesordnung des zweitägigen Treffens in Bremerhaven steht auch die Debatte über eine von den Ländern geforderte Aufstockung der sogenannten Regionalisierungsmittel. Ferner soll es auf der Verkehrsministerkonferenz über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Verkehrsbereich sowie um Elektromobilität gehen, wie aus einer Mitteilung des zuständigen Bremer Ressorts hervorgeht.

Bund und Länder haben sich bisher nicht auf die Finanzierung eines Nachfolgemodells des 9-Euro-Tickets einigen können. Der Bund hat Forderungen der Länder nach generell mehr Geld für den Nahverkehr bisher zurückgewiesen.

Erwartet wird, dass eine im September eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Nachfolge des 9-Euro-Tickets auf der Ministerkonferenz ihre Ergebnisse vorstellt. Es sollen zudem mehrere Fahrscheinmodelle zur Entscheidung vorgelegt werden.

Das millionenfach gekaufte 9-Euro-Ticket hatte im Juni, Juli und August für je einen Monat bundesweit Fahrten in Bus und Bahn ermöglicht. Die Ampelkoalition im Bund hatte sich bereit erklärt, den Ländern für ein bundesweites Nahverkehrsticket jährlich 1,5 Milliarden Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen, wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. 

Dürfen Kinder kostenlos mitgenommen werden?

Berlins Verkehrs-Staatssekretärin Meike Niedbal sprach sich am Mittwoch dafür aus, das neue Ticket möglichst bald einzuführen. „Es sollte vor dem März 2023 kommen“, sagte die Grünen-Politikerin im Mobilitätsausschuss des Abgeordnetenhauses. Konsens unter den Bundesländern sei, dass das neue bundesweite Angebot sowohl auf digitalen als auch auf analogen Vertriebskanälen zu haben sein soll.

Zwar werde es ein persönliches Ticket sein, das nicht anderen Fahrgästen übertragen werden kann, so NIedbal. „Wir setzen uns aber dafür ein, dass es möglich ist, eigene Kinder ohne Aufpreis mitzunehmen“, sagte die Landespolitikerin. Eine solche Regelung gebe es bereits im Fernverkehr der Deutschen Bahn.

Wichtig aus Berliner Sicht sei auch, dass das bundesweite Ticket auf Landesebene mit regionalen Angeboten ergänzt werden kann – etwa mit Firmen- und Sozialtickets, machte Niedbal deutlich. „Wir sind zuversichtlich, dass sich das Angebot nun konkretisieren wird“, sagte sie. Aber klar sei auch: Ohne Engagement des Bundes werde es nicht gelingen. „Davon hängt es ab“, so die Staatssekretärin.