Klimawandel: Bald noch mehr Giftspinnen in Europa

Neben dem Klimawandel ist es der globale Handel der neue Spinnenarten nach Europa importiert. Bald können giftige Spinnenarten in Deutschland leben.

Die Ammen-Dornfingerspinne ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Und sie ist giftig.
Die Ammen-Dornfingerspinne ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Und sie ist giftig.verbraucherschutz.com

Durch den globalen Handel gelangt alle zwei Jahre eine neue Spinnenart nach Europa. Nun könnten bald giftige Spinnen wegen des Klimawandels in Europa leben, berichtet Echo24. Die Ansiedlung neuer Spinnenarten in Europa habe sich demnach immens beschleunigt.

Mit dem Ammen-Dornfinger fand zunächst ein Vertreter in Deutschland eine neue Heimat, der mit seinen Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen kann. Zudem breiten sich mittlerweile Kräuseljagdspinnen auf extreme Weise im Südwesten der Republik aus. Die Südrussische Tarantel nistet sich derweil in Mitteleuropa ein und könnte sehr bald Deutschland erreichen.

Aber bei diesen neuen Giftspinnen-Arten wird es über kurz oder lang in Europa nicht bleiben. Wolfgang Nentwig, Professor für Zoologie in Bern, erklärt: „Es ist damit zu rechnen, dass der Klimawandel in Europa für subtropische Spinnen immer besser geeigneten Lebensraum schafft.“ Das beweise auch das hiesige Vorkommen dieser acht Arten, denen Menschen besser aus dem Weg gehen sollten, so Nentwig.

Gefährliche Giftspinnen bereits in Großbritannien entdeckt

Durchaus tödliche Arten wie die Edle Kugelspinne sorgen bereits in Großbritannien für Aufruhr. Die Gattung Loxosceles kann durch ihren Biss menschliches Gewebe zersetzen. Vorerst lebt sie noch in Südeuropa. Aber zumindest die Braune Violinspinne und die Braune Einsiedlerspinne scheinen durch das Zusammenspiel von Klima-Erwärmung und Globalisierung schon bald in Deutschland einen neuen Lebensraum zu finden.

Kanadische Forscher haben Spinnenkolonien entlang der Küsten des Golfs von Mexiko und der US-Atlantikküste Beobachtungen gemacht. Dort fand man heraus, dass aufgrund der zunehmenden Klima-Erwärmung extreme Wetterverhältnisse aggressivere Arten entstehen. Der Wissenschaftler Jonathan Priutt erläutert: „Aggressivität wird in diesen Kolonien über Generationen, von Eltern an die Töchter weitergegeben. Das ist ein wesentlicher Faktor für ihr Überleben und ihre Fortpflanzungsfähigkeit.“

Allerdings fanden Forscher noch nicht für den Menschen gefährliche giftige Arten wie die Schwarze Witwe oder die australische Atrax. Doch Priutt sagt: „In Zukunft kann sich das aber ändern: Es ist damit zu rechnen, dass der Klimawandel in Europa für subtropische Spinnen immer besser geeigneten Lebensraum schafft.“