CottbusNach etlichen Landkreisen und Städten wie Potsdam und Frankfurt (Oder) reagiert auch Brandenburgs zweitgrößte Stadt Cottbus mit drastischen Maßnahmen auf steigende Infektionszahlen. Bereits an diesem Sonnabend gilt im gesamten Stadtgebiet ein Alkoholkonsumverbot. Damit schließen auch alle Glühweinstände, wie die Stadt am Freitag mitteilte. Auf Märkten seien ausschließlich Verkaufsstände für Lebensmittel zugelassen.

Ab einer Inzidenz von 300 Ansteckungen innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner gelten ab Sonnabend zudem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Vom kommenden Montag an sollen ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 Ansteckungen je 100.000 Einwohner weiterführende Schulen nur noch im Distanzunterricht geöffnet bleiben. Ausgenommen davon seien Förderschulen sowie Abschlussklassen, wie die Stadt weiter mitteilte. Grundschulen und Kitas bleiben weiter geöffnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Freitag in Cottbus nach Angaben des Gesundheitsministeriums einen Wert von 250,8.

Strengere Regeln auch für Kreis Spree-Neiße

Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) warnte: „Die Systeme sind gerade mit dem Blick auf das Carl-Thiem-Klinikum und die Krankenhäuser im Süden Brandenburgs an der Grenze“. Unterdessen startete das Cottbuser Klinikum wie zuvor schon das Klinikum Niederlausitz einen Hilfeaufruf an die Bevölkerung. Gesucht würden zur Unterstützung ausgebildetes Pflegpersonl, aber auch andere Helfer. Die Situation in der Pflege sei sehr ernst, hieß es am Freitag.

Die Intensivstation mit 24 Betten ist den Angaben zufolge eine Covid-Station; eine weitere soll eröffnet werden. In den vergangenen Tagen mussten bereits viele Patienten in andere Krankenhäuser verlegt werden.

Auch im angrenzenden Kreis Spree-Neiße findet vom kommenden Montag an bis einschließlich 10. Januar an weiterführenden Schulen Distanzunterricht statt. Grundschulen bleiben offen, dort gilt eine Mund-Nasen-Bedeckung für Schüler und Lehrkräfte. Wochenmärkte bleiben geschlossen. Bereits seit 5. Dezember gilt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.