Mahnung im Zeichen eines neuen Krieges: Mit Gedenkveranstaltungen und Kundgebungen haben Menschen an vielen Orten in Deutschland an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa vor 77 Jahren erinnert. Allein in Berlin gab es am Sonntag Dutzende Veranstaltungen. Angesichts des Krieges in der Ukraine war die Polizei mit einem Großaufgebot im Einsatz, um mögliche Konflikte zu verhindern und pro-russische, kriegsverherrlichende Aktionen zu unterbinden. Größere Zwischenfälle gab es bis zum Abend nicht.

Dennoch: In Köln brachte der Ukraine-Krieg Tausende aus ganz unterschiedlichen Beweggründen auf die Straßen. Am Vormittag gab es ein Motorradkorso durch Außenbezirke der Domstadt, bei dem nach Polizeiangaben rund 150 Menschen ihre Unterstützung für Russland zum Ausdruck brachten. Später sammelten sich rund 1000 Menschen in mehreren Hundert Fahrzeugen am Fühlinger See am Stadtrand für einen Autokorso - unter ihnen waren viele Anhänger des russischen Staatschefs Wladimir Putin. Am späten Nachmittag wiederum fand eine Pro-Ukraine-Demonstration auf der Deutzer Werft statt, zu der 10.000 Menschen angemeldet waren.

Elena Kolbasnikova organisierte den Autokorso. Sie sagt gegenüber der Bild-Zeitung, dass die Ukraine „seit 2014 einen Krieg gegen die friedliche Bevölkerung im Donbass führt“. Ähnlich wie die vom Kreml verbreitete Propaganda unterstellte sie dem ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj, „von Nazis kontrolliert“ zu werden (mit dpa).