Das Wichtigste zur „Köpi“-Räumung in Kürze

  • Die Berliner Polizei räumte über fünf Stunden lang mit Panzern, Sägen und Hämmern das 2600 Quadratmeter große Gelände an der Köpenicker Straße in Mitte.
  • Es kam zu Rangeleien und Festnahmen vor den Absperrungen. Rauchbomben und Böller wurden gezündet, auf dem Gelände gab es Angriffe auf Polizisten. Die Polizei war mit 2000 Kräften im Großeinsatz.
  • Am Freitagabend startete eine Demonstration unter dem Motto „Tag X – keine Räumungen in Berlin“. Mehr als 5000 Demonstranten zogen durch Kreuzberg. Es kam zu Ausschreitungen. Steine und Feuerwerk flogen, Autos wurden zerstört, Polizisten verletzt.

Samstag, 16. Oktober

21.39 Uhr: Im Zusammenhang mit der Räumung des Wagencamps „Köpi-Platz“ sind nach Angaben der Berliner Polizei 76 Personen festgenommen und 46 Einsatzkräfte verletzt worden. Zwei der verletzten Beamten hätten ihren Dienst beenden müssen, hieß es in einer Mitteilung vom Samstagabend.

Allein 17 Menschen - 12 Männer und 5 Frauen - wurden im Zuge der Demonstration unter dem Motto „Köpi bleibt! - Keine Räumungen in Berlin“ am Freitagabend im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vorläufig festgenommen, wie es in der abschließenden Bilanz heißt. Es seien Strafermittlungsverfahren unter anderem wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs, versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet worden. Bei dem von gewalttätigen Ausschreitungen begleiteten Aufzug wurden den Angaben zufolge 40 Polizisten verletzt - 31 Männer und 9 Frauen.

Die Zahl der Einsatzkräfte im Zeitraum vom 14. bis 16. Oktober betrug demnach „rund um die Uhr im Wechsel“ rund 3500. Dabei bekam die Berliner Polizei Unterstützung aus acht Bundesländern: Brandenburg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Bremen. Obendrein half die Bundespolizei.

12.30 Uhr: SPD-Innensenator Andreas Geisel verurteilt die „blinde Zerstörungswut“ nach der Räumung des „Köpi-Platzes“ und der anschließenden Demonstration durch Kreuzberg. Die Berliner SPD-Spitzenkandidatin Franziska Giffey betonte im RBB-Inforadio, Gewalt sei kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. „Was da passiert in der Stadt, wenn es um rechtmäßige Räumung von Orten geht, dass Menschen der Meinung sind, mit massiver Gewalt gegen Polizeikräfte ihren Willen durchzusetzen, das ist nicht in Ordnung.“

Freitag, 15. Oktober

23.07 Uhr: Die Demo wird offiziell vom Veranstalter aufgelöst.

23.04 Uhr: Die Demo kommt am Endpunkt Oranienstraße an.

22.59 Uhr: Laut der Polizei gab es zahlreiche Festnahmen. Es seien „erhebliche Straftaten“ begangen und Einsatzkräfte angegriffen worden. Neben Flaschen- und Steinwürfen habe es auch Angriffe mit Stangen gegeben. Es gebe zum Teil gravierende Sachbeschädigungen an Autos.

22.55 Uhr: In der Adalbertstraße stoppt der Zug wieder. Die Polizei nimmt den Demonstranten das Fronttransparent weg.

22.49 Uhr: Die Demo sollte gleich den Endpunkt Oranienstraße erreichen. Weiterhin werden Böller gezündet. 

22.45 Uhr: Der Demozug bewegt sich in Richtung Adalbertstraße. Die Stimmung ist weiterhin aggressiv. 

22.34 Uhr: Auf dem Engeldamm brennt ein Lkw. Vor der Köpi hat die Polizei einen Wasserwerfer aufgestellt. Die Melchiorstraße ist abgesperrt.

dpa/Paul Zinken
Polizeibeamte stehen mit einem Wasserwerfer an der Köpenicker Straße, in der Nähe der geräumten linksautonomen Wagenburg „Köpi“.

22.24 Uhr: Der Zug erreicht den Engeldamm.

22.22 Uhr: Der Demozug ist in der Wrangelstraße erneut festgesetzt worden. Nebenstraßen sind zum Teil abgesperrt. Nach einigen Minuten setzt sich der Zug wieder in Bewegung. Am Bethaniendamm steht der Wasserwerfer zum Einsatz bereit. 

22.09 Uhr: Eine Polizeisprecherin sagt, es seien sehr viel mehr Teilnehmer als angemeldet, die Zahl bewege sich im oberen vierstelligen Bereich - also über 5000. Es gebe Angriffe auf Polizisten und Polizistinnen, einige Kollegen seien verletzt. Teils seien auch Fahrzeuge beschädigt worden. Die Stimmung sei sehr aggressiv.

dpa/Paul Zinken
Ein demoliertes Auto steht in Kreuzberg.  

21.57 Uhr: Auf Twitter gibt es mehrere Berichte über brennende Autos. Ein Polizeihubschrauber ist in der Luft. Der Demozug erreicht die Wrangelstraße.

21.40 Uhr: Der Demozug zieht durch die Muskauer Straße. Die Die Lage ist angespannt. Immer wieder stoppt die Demonstration und es kommt zu Rangeleien. 

21.34 Uhr: In der Manteuffelstraße setzt die Polizei den Aufzug vorübergehend fest. Steine fliegen auf Polizisten.

21.23 Uhr: Auch in Hamburg sind aus Protest gegen die „Köpi“-Räumung etwa 500 Demonstranten aus der linksautonomen Szene auf die Straße gegangen. Begleitet von Bengalofeuer und knallenden Böllern drehten sie von der Roten Flora im Schanzenviertel aus eine Runde und kehrten nach kurzer Zeit zu dem linksautonomen Zentrum zurück, wo sie von Feuerwerk empfangen wurden. Aus der Flora gab es Lautsprecherdurchsagen wie: „Heute haben wir das faschistische Gesicht des Staates und des Kapitalismus gesehen.“

dpa/Jonas Walzberg
Auf dem Dach der besetzten Roten Flora wird Pyrotechnik gezündet.

21.17 Uhr: Der Demozug hat den Oranienplatz erreicht. Die Demonstranten schlagen auf Autos ein. Autofenster gehen zu Bruch. Polizeiwagen werden angegriffen und Nebelkerzen gezündet.

21.10 Uhr: Der Demozug erreicht die Oranienburger Straße. Die Demoteilnehmer skandieren „Alle zusammen gegen jede Räumung“.

21.09 Uhr: Am Kottbusser Tor kommt es zu ersten Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten. An der Reichenberger Straße fliegt dann immer mehr Pyrotechnik. Die Polizisten begleiten die Demonstranten sehr eng. Die Menge skandiert: "Ganz Berlin hasst die Polizei." Das berichten und Zeugen.

dpa/Paul Zinken
Polizeibeamte begleiten am Kottbusser Tor den Protest gegen die „Köpi“-Räumung . 

20.59 Uhr: Die „Tag X“-Demo ist gestartet und zieht Richtung Kottbusser Tor. Immer wieder wird Pyrotechnik gezündet. Die Demonstranten werfen immer wieder Böller auch in Richtung der Polizisten. Der Demozug bewegt sich schnell. Immer wieder werden Parolen gegen die Polizei skandiert.

20.07 Uhr: Auf dem Hohenstaufenplatz – auch bekannt als Zickenplatz – haben sich bereits mehrere Hundert Demo-Teilnehmer versammelt. Die Polizei ist vor Ort, rund 1500 Beamte sind im Einsatz. Die Polizei rechnet mit bis zu 500 Teilnehmern.

19.50 Uhr: Ab 20 Uhr wird die Demonstration mit dem Motto „Tag X – keine Räumungen in Berlin“ durch Kreuzberg ziehen. Sie soll am Hohenstaufenplatz starten. Bei dem Demoaufrufen soll es auch zu Gewaltaufrufen seitens der Unterstützer des linksautonomen Projekts gekommen sein.

15.40 Uhr: Es befinden sich offenbar keine Leute mehr auf dem Köpi-Platz. Das bestätigen die Bewohner auf Twitter.

15.30 Uhr: Auch die letzte in den Bäumen verbliebene Frau wurde von Polizisten von dem Gelände geführt. Damit ist die Wagenburg nun endgültig geräumt. Da nun kein Risiko mehr für die Gerichtsvollzieherin besteht, wird sie nun noch einmal das Grundstück betreten, um es offiziell dem Eigentümer zu übergeben.

15.10 Uhr: Zwei weitere Personen wurden laut Polizei vom Gelände geführt. Damit verharrt jetzt nur noch eine letzte „Widerstandskämpferin“ an Gurten zwischen zwei Bäumen.

14.45 Uhr: Die Lage ist entspannt. Aber noch immer seien drei Personen auf dem „Köpi“-Areal, die sich den Anweisungen der Polizei widersetzen. Zwei davon seien Frauen, die noch immer mit Gurten zwischen den Bäumen hängen. Die Kletterspezialisten der Polizei versuchen, sie seit mehreren Stunden runterzuholen. Doch ihre Konstruktion scheint tückisch zu sein.

dpa/Fabian Sommer
Ein Bewohner der Bauwagensiedlung schützt sich zwischen den Bäumen mit einem Regenschirm.

14.10 Uhr: Es wird ruhiger rund um die Köpenicker Straße. Der Regen hat vermutlich dazu beigetragen. Die Polizei baut Absperrungen ab. Bis 12 Uhr gab es laut Polizei 21 Festnahmen im gesamten Einsatzgebiet. Die Zahl sei aber noch nicht gesichert, vermutlich waren es weitaus mehr, so eine Polizeisprecherin.

13.55 Uhr: Rund 40 Personen wurden vom „Köpi“-Grundstück geführt. Die Polizei schließt nicht aus, dass es im Laufe des Tages noch zu Krawallen in der Stadt kommt.

13.25 Uhr: Gegen 13 Uhr hat die Gerichtsvollzieherin mit Polizei-Eskorte das Gelände betreten, bestätigte die Polizei der Berliner Zeitung. Ob die Räumung damit vollzogen ist, sei aber noch nicht ganz klar, so eine Sprecherin.

13.15 Uhr: Es befinden sich noch immer linke Aktivisten in den Bäumen. Kletterspezialisten der Polizei sind dabei, sie runterzuholen. Das sei aber nicht so einfach, weil sich einige im Geäst festgekettet haben sollen.

12.52 Uhr: Die Einsatzkräfte haben aus Sicherheitsgründen den Strom abgestellt, bestätigte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung. Auch das legale Wohnprojekt neben dem Wagenplatz ist davon betroffen. Wie die Sprecherin erklärte, sei nicht ausgeschlossen, dass einige Barrikaden auf dem Gelände unter Strom gesetzt wurden.

12.40 Uhr: 19 Personen wurden laut Polizei bisher vom Gelände geführt. Einige sitzen noch immer in den Bäumen. Die Gerichtsvollzieherin wird erst den Platz betreten, wenn kein Risiko mehr besteht, von Steinen und Flaschen beworfen zu werden. Hinter den Absperrungen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, die Polizei setzt Pfefferspray ein.

12.20: Die Polizei sucht auf dem Gelände nach weiteren Personen. Kletterspezialisten versuchen auf dem „Köpi“-Areal, Aktivisten von Bäumen zu holen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik macht sich derweil mit Personenschützern ein Bild von dem Großeinsatz.

Dominik Bardow
Polizeipräsidentin Barbara Slowik (3. v. l.) ist mittlerweile auch vor Ort.

12.10 Uhr: Die Polizei hat sich mittlerweile zwei Zugänge zur Wagenburg verschafft. Einige der Polizisten, die sich auf dem Gelände befinden, wurden nach Angaben einer Sprecherin mit Stein- und Flaschenwürfen angegriffen. „Jeder, der dort angetroffen wird, wird von uns vom Gelände geführt. Anschließend werden die Personalien aufgenommen“, so die Polizeisprecherin weiter. Wie viele Menschen sich noch auf dem Gelände befinden, kann die Polizei nicht schätzen. Es wurden schon über ein Dutzend Menschen aus der Wagenburg herausgeholt und abgeführt.

11.58 Uhr: Sobald das Gelände geräumt ist, kann die Gerichtsvollzieherin es betreten und die Räumung vollstrecken. Die Presse darf, anders als nach Räumungen üblich, das Grundstück nicht betreten. Der Eigentümer, für den die Polizei räumt, hat etwas dagegen.

11.42 Uhr: Mittlerweile betreten Dutzende Polizisten den Wagenplatz durch das Loch im Zaun. Darunter sind auch Polizei-Kletterer, um die Bewohner aus den Bäumen zu holen.

11.30 Uhr: Die ersten Bewohner und Unterstützer der „Köpi“-Wagenburg werden von Polizisten vom Gelände geführt.

Dominik Bardow
Polizisten führen zwei Männer vom Gelände der Wagenburg.

11.15 Uhr: Jetzt wird es ernst für Bewohnerinnen und Bewohner. Polizisten stürmen durch das Loch im Zaun ins Innere der Wagenburg. Es werden Böller und Flaschen geworfen. Zeitgleich versucht die Polizei, sich weitere Zugänge zu verschaffen. Dabei geht auch mal was schief. Der Besatzung des Räumpanzers rutscht der Haken vom Zaun, den er eigentlich einreißen wollte.

10.55 Uhr: Polizisten nutzen den Schutz des Räumpanzers, um mit Sägen, Flex und Hämmern auf das Areal zu gelangen. Die Polizei hat nach knapp 30 Minuten eine Bresche in den Zaun bekommen, räumt nun per Hand Barrikaden weg. An anderer Stelle wird mit einem Bagger am Zaun gearbeitet.

10.40 Uhr: Polizisten dringen an mehreren Stellen gleichzeitig aufs Gelände vor. Bisher beschränkt sich der Widerstand der Wagenplatz-Bewohner aufs Zuschauen und auf Beleidigungen in Richtung Polizei.

10.35 Uhr: Offenbar halten sich die Bewohner des besetzten Hauses am „Köpi“-Areal zurück, werfen keine Geschosse. Der Widerstand mit Rauchbomben kommt laut Polizei allein von den Bewohnern des Wagenplatzes. Offenbar wissen die Leute im Haus, dass wenn von ihnen Gewalttaten ausgehen, sich der Polizei-Einsatz auch gegen das Haus richten kann.

10.27 Uhr: Es geht los! Polizisten klettern über Gerüste und Leitern über Mauern der Wagenburg. Die Polizei schätzt, dass sich eine mittlere zweistellige Zahl Personen in der Wagenburg befindet. „Es geht erst einmal darum, hineinzukommen und sich einen Überblick zu verschaffen, ob wirklich Fallen installiert sind, wie spekuliert wurde, bevor die Gerichtsvollzieherin hinein kann“, sagt Polizeisprecherin Anja Dierschke. 

10.20 Uhr: Es ist ein Räumpanzer vor dem Gelände der Wagenburg vorgefahren. Im Schutz des gepanzerten Fahrzeugs versuchen Polizisten offenbar, den Zaun aufzuflexen. Funken sprühen.

dpa/Fabian Sommer
Ein Räumpanzer der Polizei hat den Zaun des „Köpi“-Areals durchbrochen. 

10.15 Uhr: Auf dem Bethaniendamm kommt es wohl zu Tumulten. Es gibt Flucht- und Prügelszenen mit Pfefferspray, während die Polizei versucht, die Gegendemo aufzulösen. Kurz darauf fährt ein Räumpanzer vor die Wagenburg. 

dpa/Fabian Sommer
Bei dem dichten Gedränge am Bethaniendamm kommt es zu ersten Prügelleien und Festnahmen. 

10.05 Uhr: Gerade wurde die Gerichtsvollzieherin von einer Gruppe Polizisten in den Bona-Peiser-Weg gegenüber der „Köpi“-Wagenburg eskortiert. „Sie hat sich vor dem Gelände erst einmal einen Überblick verschafft“, sagte eine Polizeisprecherin.

10.00 Uhr: Jetzt sollte die Räumung eigentlich beginnen. Die Gerichtsvollzieherin ist wohl am Bethaniendamm. Gegendemonstranten versuchen, durch die Absperrungen zu brechen. Die Polizei formiert sich am Zaun. „Es ist zehn Uhr, der Gerichtsvollzieher müsste auf dem Weg sein, haltet die Augen offen“, tönt es aus den Lautsprechern einer Kundgebung. „die Polizei versucht offenbar die Straße von der Köpenicker Straße her zu räumen“, ruft eine andere Demonstrantin. „In der Melchiorstraße rüsten die Polizisten mit Helmen auf, wir denken sie wollen die ‚Köpi‘-Wagenburg von hinten stürmen“, ruft hingegen die Frau am Mikrophon. 

9.50 Uhr: Es steigt Rauch auf hinter dem Zaun der Wagenburg. Entweder brennt es dort drinnen oder es sind nur Pyrofackeln. Zumindest sprenkeln die Bewohner den Vorplatz gerade mit einem Wasserstrahl. Die Polizei bewässert die Straße vor dem abgeriegelten Gelände.

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Vor dem Tor zum Köpi-Areal wurden Rauchbomben gezündet. 

9.45 Uhr: Moritz Heusinger, Anwalt des Bewohner-Vereins erklärt vor Ort: „Ich habe das Gefühl, dass der Senat und das Land Berlin mehr hätten machen können für die ‚Köpi‘-Wagenberg. Aber dadurch, dass wir gerade keine Regierung haben, haben wir ein Machtvakuum. Es gehen immer mehr Freiräume verloren in Berlin. Der Investor kann das Gelände für über 20 Millionen Euro verkaufen, andere Menschen werden obdachlos. Die Polizei geht mit unverhältnismäßiger Härte vor, das provoziert natürlich. Dass Menschen auf Bäumen sind, kann ich nicht bestätigen, aber es gab entsprechende Pläne.“

9.30 Uhr: Es fliegen Flugblätter mit Steckbriefen des umstrittenen Immobilieninvestors Siegfried Nehls herum. Der Unternehmen und Chef der Sanus AG stecke hinter der Räumung, was allerdings nicht eindeutig bewiesen ist. In der Vergangenheit wurde kritisiert, dass die Firma nie versucht habe, mit den Bewohnerinnen und Bewohnern direkt zu verhandeln.

Dominik Bardow
Wanted: Die Linksradikalen suchen nach dem Investor, der für die Räumung verantwortlich sein soll.

9.20 Uhr: Die massive Polizeipräsenz sorgt in den sozialen Medien bei vielen Usern deutschlandweit für Kopfschütteln. 

9.15 Uhr: Die Stimmung wird aggressiver, erste Böller fliegen. Eine Rednerin mit einer lauten Stimme warnt über Lautsprecher, es stünden Baufahrzeuge auf der anderen Seite, es drohe „ein Angriff von hinten“. 

9.05 Uhr: Der Beginn der Räumung könnte sich durchaus noch nach hinten verschieben. Es kommt darauf an, wie schnell die Polizei den Vorplatz des „Köpi“-Geländes räumen kann, hieß es. „Auf genau 10 Uhr lässt sich nichts festnageln“, sagte eine Polizeisprecherin.

9.00 Uhr: Verkehr über Bethaniendamm/Engelsdamm/Schillingbrücke fließt noch, nur die Köpenicker Straße Richtung Heinrich-Heine-Straße ist gesperrt

8.35 Uhr: Stimmung ist angespannt, aber friedlich. Viele Gegendemonstranten frühstücken noch – mit Schrippen, Kaffee oder Bier. Etwa 150 „Köpi“-Sympathisanten haben sich bei den drei angemeldeten Kundgebungen vor den Absperrungen versammelt. „Wir rechnen noch mit deutlich mehr Zuwachs, was die Anzahl der Teilnehmenden betrifft“, sagte eine Polizeisprecherin.

8.25 Uhr: In den Seitenstraßen hat die Polizei mehrere Räumpanzer in Stellung gebracht. Die Melchiorstraße steht voll mit Mannschaftwagen der Polizei. 

Volkmar Otto
Polizisten stehen vor in dem abgesperrten Bereich vor dem Gelände des „Köpi“.

8.10 Uhr: Die Bewohner vom „Köpi“-Platz schreiben auf Twitter, dass sich Menschen in Bäumen mit der Barrikade am Eingang verbunden hätten. Das Eindringen der Polizei könnte das Sicherungsseil kappen, was wiederum Menschenleben gefährde. 

8.00 Uhr: Die Polizei hat Stellung bezogen. Aus dem Haus Köpenicker Straße 137 tönt die ganze Zeit laute Musik. Es laufen mehrere Kundgebungen mit Redebeiträgen, bei den die Polizei rüde beschimpft wird. 

7.45 Uhr: Es gab einen Steinwurf vom „Köpi“-Gelände auf die Straße. Getroffen wurde niemand. 

6.30 Uhr: Am Morgen brennt ein Audi gegenüber der Wagenburg in der Adalbertstraße. Schon in der Nacht wurden mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt, wie eine Polizeisprecherin am frühen Morgen sagte. Bei elf Autos wurden nach ihren Angaben Scheiben eingeworfen, auch auf Gebäude flogen Steine und Farbbeutel, Fenster gingen zu Bruch.

Morris Pudwell
Feuerwehrleute löschen das brennende Fahrzeug gegenüber der Wagenburg.

Am Morgen war die Lage den Angaben zufolge dennoch ruhig. Einige wenige Unterstützer seien zu den ab 5 Uhr angemeldeten Kundgebungen am Rande der abgesperrten Zone um das Gelände gekommen, sagte die Sprecherin. Die Polizei hat nach ihren Worten 2000 Beamte in Berlin im Einsatz, davon 700 aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

6 Uhr: Gegen 10 Uhr soll heute die linksautonome Wagenburg Köpi in der Köpenicker Straße geräumt werden. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, da sie mit Auseinandersetzungen mit Bewohnern rechnet. Bereits am Donnerstag wurde die Köpenicker Straße abgesperrt.

In der Nacht zu Freitag kam es laut Polizei bereits zu Ausschreitungen im Stadtteil Kreuzberg. Unbekannte schlugen in der Ritterstraße Autoscheiben ein und bewarfen Häuser mit Farbbeuteln. Bei einer Demonstration mit mehreren Hundert Menschen am Donnerstag sei zudem eine Polizistin leicht verletzt worden. In der Stresemannstraße brannten demnach Mülltonnen.

Der Eigentümer hatte mit Hinweis auf eine Baugenehmigung im Juni erfolgreich auf Räumung geklagt. Einen Eilantrag der Bewohner zum Stopp der Zwangsvollstreckung hatte das Berliner Kammergericht am Mittwoch abgewiesen.

Das Wagencamp auf einem Gelände an der Köpenicker Straße gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Die Bewohner hatten Widerstand gegen die Räumung angekündigt und den Zaun um das Gelände in den vergangenen Tagen zusätzlich gesichert.

Am vergangenen Wochenende hatten bereits Hunderte Unterstützer des „Köpi“ demonstriert. In den vergangenen Nächten wurden in der Umgebung mehrfach Mülltonnen und Reifen in Brand gesteckt. Am Mittwochmorgen beschädigten Unbekannte am Bürgeramt in Berlin-Mitte die Verglasung der Eingangstüren und sprühten den Spruch „Köpi bleibt“ ans Gebäude. (mit dpa)