Leipzig/Berlin - Übergewichtige Konsumenten, Plastik im Meer und Kinderarbeit auf Kakaoplantagen: Auch Schokoriegel haben an diesen Problemen einen Anteil. Ein Leipziger Start-up fordert deshalb ein „Reinheitsgebot für Schokoriegel“. Um das Thema zu erörtern, lädt die „nu company“ Großkonzerne wie Nestlé, Ferrero, Mars und Bahlsen zum „Schokoriegel-Gipfel“ Ende Oktober nach Leipzig ein. Das Motto der Kampagne lautet: „Neue Regeln, neue Riegel“.

„Das deutsche Reinheitsgebot für Bier geht auf das Jahr 1516 zurück. Wir haben uns gefragt, ob ein solches Manifest nicht auch für andere Produkte funktionieren könnte, damit sie gesundheitliche und nachhaltige Standards erfüllen“, sagt Christian Fenner, Mitbegründer der „nu company“.

Als Ziele eines solchen Reinheitsgebots nennt das Unternehmen, dass der Zuckergehalt in Schokoriegeln um mindestens 30 Prozent reduziert werden sollte. Plastikverpackungen müssten außerdem durch heimkompostierbare Materialien oder Papier ersetzt werden. Statt tierischen Schokoladenzutaten könne man pflanzliche Alternativen nehmen. Kinderarbeit müsse bei Kakaolieferanten vollständig abgeschafft und Klimaneutralität bei der Herstellung erreicht werden.

nu company
Berlin: An der Hermannstraße wirbt die Kampagne seit Freitag für ein Schokoriegel-Reinheitsgebot.

Begleitet wird die Forderung nach einem „Reinheitsgebot für Schokoriegel“ von einer umfangreichen Info-Kampagne. In der Berliner Hermannstraße hängt seit Freitag ein großes Plakat des Start-ups.