Berlin - Einer Umfrage zufolge planen beinahe zwei Drittel der Kommunen eine Erhöhung der Steuern und Gebühren oder haben sie bereits umgesetzt. Dies geht aus einem Bericht der Welt hervor, die über eine Umfrage der Beratungsgesellschaft EY informiert. Betroffen sind demnach Wasserversorgung, Straßenreinigung und Müllentsorgung. Ein Anstieg der Parkgebühren sowie der Grundsteuer stehen ebenfalls in einigen Gemeinden zur Debatte. Zudem sollen viele Schwimmbäder schließen oder nur noch bedingt öffnen. 17 Prozent der Kommunen ziehen dies zumindest in Erwägung.

Die Schuldenlast der Kommunen unterscheidet sich im Einzelnen sehr stark voneinander. Der EY-Erhebung nach erwartet die Hälfte der befragten Gemeinden eine Steigerung der Schuldenlast bis 2023. 20 Prozent haben Sorge, dass sie Drittmittel zur Tilgung ihrer Schulden benötigen. 

Für viele Gemeinden ist Sparen keine Option, stellt Bernhard Lorentz von EY fest. Gegenüber der Welt sagt er: „Die Pandemie hat die Kommunen bei ihren Bemühungen um eine finanzielle Gesundung um Jahre zurückgeworfen.“ Weiter sagt Lorentz, es spräche einiges dafür, „dass die Kommunen mindestens 2021 noch auf weitere finanzielle Unterstützung angewiesen sein werden“.