Der Porträtfotograf Konrad Rufus Müller schenkt dem Jüdischen Museum Berlin seine Fotoserie von Holocaust-Überlebenden. Er hat die Bilder der 25 Personen im Jahr 2018 in Deutschland, Israel und Österreich aufgenommen. Die 41 Fotografien, die in diesem Zusammenhang entstanden und zusammen mit Interviews von Alexandra Föderl-Schmid in dem Buch „Unfassbare Wunder“ erschienen sind, übergibt er nun der Fotografischen Sammlung des Jüdischen Museum Berlin.

„Konrad Rufus Müller ist ein Meister der Porträtfotografie, das zeigt auch diese Serie“, sagt Hetty Berg, Direktorin des Jüdischen Museum Berlin. „Die Fotografien nehmen vor allem die Gesichter und Hände in den Blick und versuchen, den Lebenserfahrungen der Porträtierten nachzuspüren. Dadurch entsteht eine sehr dichte und beeindruckende Serie. Ich freue mich außerordentlich über diesen Zugang zu unserer Fotografischen Sammlung.“

Konrad Rufus Müller fotografierte alle Bundeskanzler

Konrad Rufus Müller, geboren 1940, fotografiert stets schwarz-weiß und analog, seit 1975 benutzt er immer dieselbe Rolleiflex, nie setzt er zusätzliches Licht ein. Den Abzug belichtet er selbst in der Dunkelkammer – oft über mehrere Stunden –, bis aus dem Negativ die finale Fotografie wird. Er fotografierte sämtliche Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, allerdings Adenauer, Erhard und Kiesinger erst nach ihrer Amtszeit.

„Ich bin dankbar, dass die Bilder in der Fotografischen Sammlung des JMB einen Platz finden“, sagt Konrad Rufus Müller. „Ich hoffe, dass die Öffentlichkeit irgendwann die Gelegenheit erhält, einzelne Aufnahmen oder sogar die komplette Serie zu sehen.“

Die Fotografische Sammlung des JMB umfasst ungefähr 40.000 Bilder. Etwa ein Drittel des Bestandes bilden Fotografien aus Familiensammlungen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Fotografien aus der Zeit von 1945 bis heute – wie zum Beispiel die Serie „Deutsche Juden heute“ von Leonard Freed, Porträts von Emigrantinnen und Emigranten von Stefan Moses oder Fotografien von Daniel Josefsohn.