PotsdamWegen der hohen Zahl von Neuinfektionen schränkt Brandenburg ab Sonnabend die Bewegungsfreiheit der Bürger in extremen Corona-Hotspots deutlich ein. Für Bewohner von Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche seien touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius von 15 Kilometern um die Kommune künftig untersagt, erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Kabinettssitzung in Potsdam.

„Dabei geht es insbesondere darum, Wintersportausflüge, wie wir sie in den vergangenen Tagen erlebt haben, zu vermeiden“, betonte Woidke. Diese Beschränkung gelte, wenn die hohe 7-Tage-Inzidenz fünf Tage lang bestehe. Einkäufe und Arztbesuche bleiben auch außerhalb dieses Radius weiter erlaubt.

Betroffen wären derzeit zehn Landkreise und die drei Städte Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder). Die bisherigen Beschränkungen unter anderem für die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen gelten bis Ende Januar weiter. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung von 22 Uhr bis 5 Uhr werde dagegen aufgehoben, sagte Woidke.

Kontakt ist nun nur noch zu einer nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. Die sogenannte Ein-Freund-Regel bei den Kontaktbeschränkungen ist in Brandenburg, im Gegensatz etwa zu Berlin, aber insofern aufgeweicht, als dass Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr ausgenommen sind.

Abgesehen von den Abschlussklassen und den Förderschulen müssen die Schüler noch mindestens zwei Wochen zu Hause lernen. Sollten sich die Infektionszahlen günstiger entwickeln, könnten die Grundschulen vom 25. Januar an möglicherweise wieder für den Wechselunterricht geöffnet werden, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).

Die Brandenburger Polizei will die neue Beschränkung für touristische Ausflüge von Bewohnern aus Corona-Hotspots streng kontrollieren. Kontrollen des fließenden Verkehrs würden stichprobenartig vorgenommen, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, am Freitag. Wenn die Betroffenen dabei keine triftigen Gründe für ihren Aufenthalt am Ort der Kontrolle darlegen könnten, würden von den Beamten Anzeigen gestellt und die Betroffenen zurückgeschickt, erläuterte Herbst.