BerlinZur Bekämpfung der Corona-Pandemie gelten von diesem Sonntag an schärfere Kontaktbeschränkungen in der Hauptstadt als bisher. Private Treffen sind nur noch mit der eigenen Familie oder Wohngemeinschaft sowie höchstens einem weiteren Menschen erlaubt. Zusätzliche Kinder sind nicht zulässig, außer wenn das Treffen mit Alleinerziehenden stattfindet. Damit sollen die privaten Kontakte weiter reduziert werden. Bisher galt für private Treffen in Berlin eine Obergrenze von fünf Menschen aus zwei Haushalten, Kinder zählten dabei nicht mit. In Brandenburg gelten die schärferen Kontakt-Regeln bereits seit Sonnabend.

Nach einigem Hin und Her bleiben die Schulen in Berlin im Wesentlichen geschlossen. Das sogenannte schulisch angeleitete Lernen zu Hause für Schüler der ersten bis neunten Klassen sowie für einige höhere Klassenstufen werde bis mindestens 25. Januar verlängert, hatte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag mitgeteilt. Bis dahin gilt keine Präsenzpflicht. Für die Abschlussklassen an Gymnasien und Sekundarschulen sollen ab Montag Präsenzangebote in kleinen Gruppen möglich sein.

Bewegungsradius: Mögliche Prüfung

Durch die beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar bleiben auch die meisten Geschäfte, Schulen und Kindergärten sowie Restaurants, Kneipen, Sporthallen und Kultur- und Veranstaltungseinrichtungen geschlossen. Die Menschen sollen ihre Wohnungen nur mit einem „triftigem Grund“ wie Einkaufen und Bewegung im Freien verlassen. Das Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum im Freien ist untersagt, Übernachtungen in Hotels weitgehend auch.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Sonnabend auf 191,7 und näherte sich so weiter der Marke von 200. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt haben. Vor Weihnachten hatte der Wert in Berlin deutlich über 200 gelegen und war danach gesunken. In Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick liegt er über 200. Der Senat hatte angekündigt, bei so hohen Infektionszahlen zu prüfen, ob ähnlich wie in Brandenburg auch für die Hauptstadt eine neue Regel zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit gelten soll.