Korruptionsverdacht: Durchsuchungen bei CDU-Landeschef Voigt

Dem Thüringer CDU-Chef wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Er selbst beteuert seine Unschuld.

CDU-Landeschef Mario Voigt bei einer Pressekonferenz im Thüringer Landtag.
CDU-Landeschef Mario Voigt bei einer Pressekonferenz im Thüringer Landtag.dpa/Martin Schutt

Vor nicht einmal einem Monat war CDU-Hoffnungsträger Mario Voigt von seiner Partei zum Thüringer Landeschef erhoben worden. Nun haben das Landeskriminalamt Thüringen und die Staatsanwaltschaft Erfurt im Rahmen von Ermittlungen mehrere Räumlichkeiten des 45-Jährigen durchsucht. Bereits Mitte September war Voigts Immunität als Abgeordneter aufgehoben worden. Es gehe um den Verdacht der Bestechlichkeit „im geschäftlichen Verkehr“, wie zunächst der MDR berichtet hatte. 

Demnach sollen die Staatsbeamten mehrere Wohn- und Geschäftsräume Voigts durchsucht haben – unter anderem dessen Haus in Jena, sein Elternhaus im Saale-Holzland-Kreis und eine Dienstwohnung in Erfurt. Dabei seien relevante Beweismittel sichergestellt worden, teilte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen am Donnerstagabend mit.

Voigt: „Habe mir nichts zu schulden kommen lassen“

Nach Angaben von Grünseisen sei der Korruptionsverdacht gegen den CDU-Landesvorsitzenden erstmals im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens gegen einen Parteikollegen aufgekommen. Konkret werde Voigt vorgeworfen,  während des Europawahlkampfs 2019 einen Auftrag an eine Internetagentur vergeben zu haben – die habe sich dafür mit einem Beraterhonorar in Höhe von 17.000 Euro revanchiert. Laut Staatsanwaltschaft erfülle dies den Tatbestand der Bestechlichkeit.

Auf Twitter beteuerte der CDU-Politiker indes seien Unschuld. „Ich habe mir nichts zu schulden kommen lassen“, so Voigt. „Meine Bereitschaft zu #Transparenz & Mitarbeit gilt weiterhin“. Sein Anwalt fügte hinzu: „Die Verdachtsthese ist nicht nachvollziehbar. Es besteht noch nicht einmal eine tragfähige Grundlage dafür. Das Vorgehen ist unverhältnismäßig & übermäßig. Mein Mandant hat sich stets höchst kooperativ & immer proaktiv & transparent verhalten.“

Voigt war vor gerade einmal vier Wochen auf dem CDU-Parteitag in Pößneck mit großer Mehrheit zum Landeschef gewählt worden. Einen Gegenkandidaten gab es allerdings nicht. Als Oppositionsführer gilt der 45-Jährige bei seiner Partei als Hoffnungsträger für die kommende Landtagswahl 2024, von der sich die Christdemokraten einen Sieg gegen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erhoffen.