Berlin will zusätzliche 24 öffentliche Toiletten in Parks aufstellen. Diese sollen auch kostenfreie Pissoirs für Frauen enthalten. Das geht aus Unterlagen des Hauptausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses hervor. Der Hauptausschuss befasst sich aktuell mit den Plänen und Ausgaben in den nächsten zwei Haushaltsjahren. Schon ab 2023 sollen die Toiletten stehen. Je zwei Klos sind in jedem Bezirk geplant. Kosten von 2,6 Millionen  Euro sollen in den Haushalt eingestellt werden.

Laut den Unterlagen sollen die Toiletten eine eigenständige Beleuchtung sowie Vorrichtungen für die Handhygiene haben. In einem weiteren Punkt heißt es, Fäkalien sollten nachhaltig verwendet werden – zum Beispiel zur Kompostierung, zur Stromerzeugung, zur Düngung.

In dem Papier wird ausgeführt: „Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wird gebeten, bis zum 18.5.2022 die konkreten Maßnahmen zur Erprobung ökologischer und klimafreundlicher autarker Toiletten und zur Erneuerung und Ausbau der Toiletteninfrastruktur darzustellen.“

Katalin Gennburg: „Wildpinkeln als Ordnungswidrigkeit gehört abgeschafft“

In der Hasenheide gab es bereits ein Frauenpissoir als Pilotprojekt, das inzwischen abgebaut wurde. Katalin Gennburg von der Linkspartei freut sich, dass jetzt mehrere Pissoirs in Berlin aufgestellt werden und auch länger stehen bleiben. „Man hat mir vor zwei Jahren noch einen Vogel gezeigt, als ich über Pissoirs für Frauen gesprochen habe. Das ist jetzt anders“, sagt sie der Berliner Zeitung. Berliner bräuchten öffentliche Klos. Wildpinkeln sei immer noch eine Ordnungswidrigkeit, wofür Katalin Gennburg kein Verständnis hat. „Wildpinkeln als Ordnungswidrigkeit gehört abgeschafft“, sagt sie.

Gennburg erklärt weiter: „Frauen wird durch die bisherige Toilettenpolitik Berlins der gleichberechtigte Zugang zum öffentlichen Raum verwehrt. Kostenlos nutzbare Toiletten für alle sind – unabhängig von persönlichen Vorlieben und Anekdoten – Voraussetzung für gerechte Teilhabe und Inhalt einer sozialen Stadtpolitik sowie im übrigen in vielen Ländern und Metropolen rund um den Globus ein öffentlicher Standard, für den ich mich seit Jahren auch in Berlin einsetze.“