Taschkent - Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Bundeswehrsoldaten nach dem Ende ihres Evakuierungseinsatzes in Kabul in der usbekischen Hauptstadt Taschkent in Empfang genommen. Kramp-Karrenbauer und Generalinspekteur Eberhard Zorn seien am Donnerstagabend nach Taschkent geflogen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitagmorgen mit. Auch die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD), war nach Angaben ihres Büros bei der Begrüßung der Soldaten in Taschkent dabei. Die deutschen Soldaten sollen am Freitag um 16 Uhr in Deutschland landen.

„Die Evakuierungsoperation in Kabul war hochgefährlich. Die Bundeswehr hat unter schwersten Bedingungen vor Ort so viele Menschen wie möglich in Sicherheit gebracht“, erklärte das Ministerium auf Twitter.

Unmittelbar vor dem Abflug der letzten Bundeswehrsoldaten aus Kabul hatten Attentäter am Donnerstagabend einen Doppelanschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt verübt. Dutzende Menschen wurden getötet, unter ihnen 13 US-Soldaten. Deutsche Einsatzkräfte kamen nach Angaben der Bundesregierung nicht zu Schaden.

Letzte deutsche Maschine verließ Kabul am Donnerstag

Am Donnerstagabend teilte die Bundeswehr auf Twitter mit, die letzte von vier A400M-Militärmaschinen sei in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gelandet. Am Freitagnachmittag kehren die Einsatzkräfte der Bundeswehr dann nach Deutschland zurück, wo eine weitere Empfangszeremonie geplant ist.

Bereits am Freitagmorgen empfing Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) in Berlin Mitarbeiter seines Ministeriums, die an der Evakuierungsaktion beteiligt waren. Maas dankte ihnen für ihren Einsatz unter „extrem schwierigen und hochgefährlichen Bedingungen“.

Größter deutscher Evakuierungseinsatz der Bundesrepublik

Unter der Führung von Brigadegeneral Jens Arlt waren bis zu 600 Einsatzkräfte an dem bisher größten militärischen Evakuierungseinsatz der Bundesrepublik beteiligt. Die Bundeswehr unterstützte die Evakuierungsmission des Auswärtigen Amtes, um deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, afghanische Ortskräfte sowie deren Familien und weitere Schutzbedürftige in Sicherheit zu bringen.

Im Einsatz waren der Bundeswehr zufolge Fallschirmjäger, Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Feldjäger, Krisenunterstützungsteams, Sanitäter, Militärpolizei, Angehörige der Luftwaffe und weitere Spezialistinnen und Spezialisten aller Bereiche der Bundeswehr. Sie waren in Deutschland, in der usbekischen Hauptstadt Taschkent und am Flughafen in Kabul eingesetzt, um die Evakuierung von deutscher Seite sicherzustellen.

Rund um die Uhr wurden Schutzsuchende in Sicherheit gebracht. Insgesamt brachte die Bundeswehr mit ihren Transportflugzeugen vom Typ A400M bei 37 Flügen mehr als 5300 Bundesbürger, Afghaninnen und Afghanen sowie Bürger aus insgesamt 45 Nationen in Sicherheit.