Berlin - Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, hat sich zuversichtlich in Bezug auf die aktuelle und in den kommenden Wochen zu erwartende Situation in Krankenhäusern geäußert. Im Morgenmagazin von ARD und ZDF stellte Gaß fest, dass Patienten akut benötigte Hilfe in Kliniken bislang nicht verwehrt werden müsste. Der DKG-Chef glaubt, dass dies auch in den nächsten Wochen so bleiben werde. Allerdings werde geprüft, so Gaß, ob Termine für Behandlungen möglicherweise verschoben werden können.

Ein völliges Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, um eine Überlastung der Kliniken in der Corona-Pandemie zu verhindern, hält Gaß überdies vorerst nicht für nötig: „Ein Lockdown für alle ist in der jetzigen Situation zumindest aus unsere Sicht nicht erforderlich, aber konsequente Kontaktbeschränkungen insbesondere für die Ungeimpften.“ Und weiter: „Das hat auch nichts mit Schikane zu tun, sondern es geht wirklich darum, Vorsorge zu treffen, und deswegen ist das richtig.“

Krankenhausgesellschaft: Neue Pfleger nicht so schnell zu bekommen

Die bereits beschlossene Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen hält Gaß für eher unproblematisch. Die Impfquote in den Krankenhäusern sei mit über 90 Prozent sehr hoch, sagte er. Man sei zuversichtlich, dass die anderen durch Aufklärung noch zu überzeugen seien. 

„Wir hoffen, dass es nur sehr wenige sind, die am Ende sich wirklich nachhaltig verweigern und die wir dann in letzter Konsequenz vielleicht auch verlieren werden.“ Neues Personal sei dann aber nicht so schnell zu rekrutieren, weil Intensiv-Pflegekräfte eine zweijährige Weiterbildung durchlaufen müssten.