Krankenkassenbeiträge steigen doch stärker als zuletzt erwartet

Gesetzliche Krankenkassen verzeichnen ein Milliarden-Defizit. Um das Finanzloch zu füllen, soll der Beitrag für Versicherte nun doch steigen.

Der Krankenkassenbeitrag für gesetzlich Versicherte soll nun doch um 0,3 Prozentpunkte steigen.
Der Krankenkassenbeitrag für gesetzlich Versicherte soll nun doch um 0,3 Prozentpunkte steigen.dpa/Alexander Heinl

Die Zusatzbeiträge für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) werden im kommenden Jahr nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) nun doch wie ursprünglich angekündigt um 0,3 Punkte steigen. Dies ergebe sich aus Änderungsanträgen der Koalitionsfraktionen zum Spargesetz von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), wodurch das für 2023 erwartete Defizit von 17 Milliarden Euro gedeckt werden soll, berichtete das RND.

Lauterbach hatte bei der Vorlage seines Spargesetzes im Sommer eine Erhöhung des Zusatzbeitrags um 0,3 Punkte auf 1,6 Prozent angekündigt, wodurch sich ein Gesamtbetrag in Rekordhöhe von 16,2 Prozent des Bruttolohnes ergibt. In der vergangenen Woche hatte der GKV-Schätzerkreis in seiner Prognose zu erkennen gegeben, dass auch eine Erhöhung des Zusatzbeitrages um lediglich 0,2 Punkte möglich sein könnte.

Zusätzlich zum gesetzlich festgeschriebenen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent können die gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Dessen Höhe wird von jeder Kasse selbst festgelegt. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz wird als Rechengröße vom Bundesgesundheitsministerium per Verordnung festgelegt.