Volle Arztpraxen sollen in der verschärften Corona-Lage vermieden werden. Deshalb gibt es nun das Attest auch auf telefonische Bestellung.
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BerlinWegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich ab sofort wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen. 

Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, wenn sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Die Bundesärztekammer konnte keine Angaben machen, wie eine solche Befragung vonstatten gehe. Die Behörde verweist an die Kassenärztliche Bundesvereinigung.  Die Unabhängige Patientenberatung erklärte die Regelung gelte vorerst bis zum 31. Dezember. Die telefonische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gebe es auch, wenn der Patient noch nie in  der Praxis war.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte sich zuletzt dafür stark gemacht, die Regelung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen im Herbst und Winter wieder auszudehnen. Das Instrument habe die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet.