Berlin - Für die Einreise von Frankreich nach Deutschland gelten bald strengere Regeln: Die Bundesregierung stufte das Nachbarland am Freitag komplett als Corona-Hochinzidenzgebiet ein, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gilt die Einstufung ab Sonntag. Die Grenze darf dann bis auf weiteres nur bei Vorliegen eines negativen Corona-Tests überquert werden, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Auch die Slowakei und Tschechien werden als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Sie galten zuvor als Virusvariantengebiet. Aufgehoben wurde auch die Einstufung des österreichischen Bundeslands Tirol als Virusvariantengebiet, es wird nun als Risikogebiet ausgewiesen. In den vergangenen Wochen hatte es wegen der hohen Verbreitung einer gefährlichen Virusmutante in Tirol Kontrollen an der Grenze zu Deutschland gegeben.

Inzidenz in Frankreich über 200

Grund für die Einstufung Frankreichs ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz dort deutlich über der Schwelle von 200 liegt – ab diesem Schwellenwert sehen die Regeln der Bundesregierung eine Klassifizierung als Hochinzidenzgebiet vor. Der Wert in Frankreich lag zuletzt nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörden sogar bei 325 im landesweiten Schnitt.

Eine Ausnahme von den neuen Regeln soll es nach AFP-Informationen aus Regierungskreisen für Pendler geben: Sie müssten sich nur zweimal pro Woche testen lassen. Dafür sollten gegebenenfalls Teststationen in Grenznähe aufgebaut werden. Bislang dürfen Berufspendler – vor allem im Elsass – für 24 Stunden ohne Testpflicht einreisen.

Für Moselle gelten bereits schärfere Einreiseregeln

Für den französischen Verwaltungsbezirk Moselle an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz hatte Deutschland die Einreiseregeln bereits Anfang März verschärft, weil dort die südafrikanische Corona-Variante grassiert. Es gilt deshalb als sogenanntes Virusvarianten-Gebiet. Alle anderen Landesteile waren bisher als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Frankreichs Außenminister Yves Le Drian erklärte die Neuregelung im Sender France Info mit einer „Explosion der Pandemie in Deutschland“. Er bestätigte Berliner Angaben, dass es nur „stichprobenartige Kontrollen“ geben soll. Ob ein Grenzgänger einen negativen Test hat, soll nicht direkt an der Grenze kontrolliert werden, sondern im Hinterland nach dem Prinzip der Schleierfahndung.

In Berlin hieß es, die französische Regierung sei seit einigen Tagen über die bevorstehende Entscheidung informiert.

Derzeit sind mehr als 30 Staaten als Hochinzidenzgebiete eingestuft. In Europa kamen am Freitag die gesamte Slowakei sowie ganz Tschechien neu auf die Liste. Ebenfalls verzeichnet sind dort Polen, Schweden, Slowenien, Ungarn und Malta.