Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt würde Russland nach Angaben des Kreml Atomwaffen nur im Fall einer „existenziellen Bedrohung“ einsetzen. „Wir haben ein Konzept für innere Sicherheit, das ist bekannt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag im US-Fernsehsender CNN International. „Sie können dort alle Gründe für den Einsatz von Nuklearwaffen nachlesen.“

„Wenn es also eine existenzielle Bedrohung für unser Land gibt, dann kann sie (die Atombombe) in Übereinstimmung mit unserem Konzept genutzt werden“, sagte Peskow. Der Kreml-Sprecher antwortete damit auf die von der CNN-Journalistin Christiane Amanpour mit Nachdruck gestellte Frage, ob er „überzeugt oder zuversichtlich“ sei, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Konflikt mit der Ukraine keine Atombombe einsetzen werde.

Entgegen Angaben unter anderem aus dem Pentagon über ein Stocken des russischen Vormarsches sagte Peskow, dass die Militäroperation in der Ukraine „genau so verläuft, wie es vorgesehen war“. Die russische Armee wolle „das militärische Potenzial der Ukraine eliminieren“, dies sei eines der „Hauptziele der Operation“.

Der Kreml-Sprecher sagte zugleich, dass Moskaus Truppen in der Ukraine „nur militärische Ziele und Objekte ins Visier“ nehmen würden. Dagegen werfen die Ukraine, westliche Regierungen und Menschenrechtsorganisationen Russland vor, auch Zivilisten anzugreifen.

Derweil schließt UN-Generalsekretär António Guterres die Möglichkeit eines Atomkrieges angesichts der Entwicklungen im Ukraine-Krieg nicht mehr aus. Dass Russland die Abschreckungswaffen der Atommacht in Bereitschaft versetzt habe, sei eine gruselige Entwicklung. „Die Aussicht auf einen nuklearen Konflikt, einst undenkbar, ist jetzt wieder im Bereich des Möglichen“, sagte Guterres vergangene Woche in New York. Damit änderte der UN-Chef seinen Ton: Zuvor hatte er die Möglichkeit eines Einsatzes von Atomwaffen noch als „unvorstellbar“ bezeichnet.