Alexej Nawalny
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BerlinDer russische Regierungskritiker Alexej Nawalny soll nach seiner möglichen Vergiftung in der Berliner Charité behandelt werden. „Wir versuchen, das zu ermöglichen“, sagte der Filmproduzent Jaka Bizilj der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Von der Klinik gebe es bereits eine Zusage. 

Ein Rettungsflieger soll um Mitternacht vom Flughafen Berlin-Tegel nach Russland starten, um den lebensgefährlich erkrankten Kreml-Kritiker Alexej Nawalny nach Deutschland zu holen, teilte die Initiative „Cinema for Peace“ am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Maschine mit medizinischer Ausrüstung und Spezialisten an Bord solle nach Omsk fliegen. „Wir sind in Kontakt mit den Behörden und hoffen, dass wir heute Nacht alle Genehmigungen und einen Arztbericht für den Koma-Patienten erhalten.“

Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel offiziell angeboten, Nawalny in Deutschland behandeln zu lassen. Deutschland sei zu aller gesundheitlichen Hilfe für Nawalny bereit, „auch in deutschen Krankenhäusern“, sagte die Kanzlerin am Donnerstag bei einem Treffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Südfrankreich.

Ein behandelnder Arzt in Omsk bestätigte zunächst, Nawalny befinde sich in einem „ernsten, aber stabilen Zustand“. Zur genauen Diagnose nannte er keine Details. „Vergiftung ist eine Möglichkeit.“ Am Abend erklärte der Mediziner der Agentur Interfax zufolge lediglich, dass es keine Hinweise auf einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine Infektion etwa mit dem Coronavirus gebe.

Die Lage habe sich seit der Ankunft im Krankenhaus deutlich stabilisiert, hieß es am Nachmittag. „Was wir bislang geschafft haben, ist für den Moment ein vorsichtiges gutes Zeichen“, sagte der stellvertretende Chefarzt Anatoli Kalinitschenko. Die Klinik sei in Kontakt mit Spezialisten in Moskau.