Ein noch unbekannter Brandstifter hat in einem Heim für obdachlose Menschen in Berlin-Kreuzberg am Sonntagnachmittag ein Feuer gelegt. Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr brannten 40 Kartons mit Hygieneartikeln im Keller des mehrstöckigen Gebäudes an der Blücherstraße. „Unsere Ermittler gehen von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus“, sagte eine Polizeisprecherin der Berliner Zeitung. Giftige Rauchgase zogen durch das Treppenhaus, woraufhin ein Mitarbeiter des Heimes den Notruf wählte. Knapp 90 Einsatzkräfte rückten an, um die Flammen zu löschen und das Gebäude zu entrauchen.

Die Feuerwehr hatte zuvor auf Twitter mitgeteilt, dass 50 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt seien. Da nicht klar war, ob Bewohnerinnen und Bewohner in Gefahr sind, forderte der Lagedienst kurz darauf Verstärkung an.

Feuerwehr bringt Bewohner mit Rauchmasken in Sicherheit

Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste das Gebäude evakuiert werden. Drei Menschen kamen laut Polizei mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus. Mindestens zehn Bewohner wurden anschließend in einem Bus der BVG ärztlich untersucht. Ernsthaft verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen der Einsatzleitung jedoch niemand.

Laut Feuerwehr hatten die Bewohner der unteren Etagen das Gebäude nach dem Feueralarm selbstständig verlassen. Menschen in den oberen Etagen verblieben wegen des zunehmenden Rauchs zunächst in ihren Zimmern. Einige wurden später von Einsatzkräften mit Hilfe von Atemschutzmasken in Sicherheit gebracht.

„Plötzlich fing alles an zu piepen“, schilderte eine Bewohnerin einer dpa-Reporterin vor Ort den Moment, als die Rauchmelder in dem Wohnheim anschlugen. „Alle haben herumgeschrien: Feuer!“, berichtete sie. In den unteren Etagen sei im Treppenhaus und den Fluren wegen des Qualms kaum noch etwas zu sehen gewesen.

Nach Einschätzung des Feuerwehrsprechers sind die Räumlichkeiten in dem Wohnheim nach der Belüftung weiterhin bewohnbar. In Ersatzunterkünfte müsse wohl niemand ziehen. (mit dpa)

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, es habe sich um ein Wohnheim für Senioren gehandelt.