BerlinDie Berliner Polizei hat am Sonntag in einem Kreuzberger Späti kiloweise Feuerwerk sichergestellt. Wie die Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung mitteilte, war eine Streifenwagenbesatzung gegen 15.20 Uhr zufällig auf die illegale Pyrotechnik gestoßen. Den Beamten war eine Gruppe Jugendlicher aufgefallen, die ihnen mit zahlreichen Böllern und Raketen entgegenkamen. Die Heranwachsenden erklärten den Einsatzkräften schließlich, dass sie das Feuerwerk in einem Spätkauf in der Boppstraße gekauft hatten. 

Als die Polizisten den 46-jährigen Verkäufer mit dem Verstoß konfrontierten, stritt dieser alles ab, erklärte ein Polizeisprecher. Der Verkauf von Böllern und Raketen ist in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie bundesweit verboten, doch der Laden in der Boppstraße bot es dennoch an. Die Beamten fanden zahlreiche Kisten mit Feuerwerk in einem Hinterzimmer. Außerdem hatte der Späti am Sonntag geöffnet, was derzeit ebenfalls nicht erlaubt ist. Die Beamten schlossen den Laden vorübergehend. Auch unter normalen Umständen wäre der Verkauf von Feuerwerk der Klasse F2 erst zwei Tage vor Silvester erlaubt gewesen. 

In Berlin ist in diesem Jahr an insgesamt 56 Orten zu Silvester der Aufenthalt und die Verwendung von Feuerwerk und anderen pyrotechnischen Gegenständen aus Infektionsschutzgründen verboten. Ergänzend weist die Innenverwaltung darauf hin, dass auch außerhalb der Verbotszonen ein Abbrennen von Silvesterfeuerwerk keinen triftigen Grund für das Verlassen der eigenen Wohnung darstelle.