Vor dem Hintergrund des russischen Krieges in der Ukraine trübt sich die Verbraucherstimmung im April laut Handelsverband HDE „massiv“ ein. Der Krieg und seine wirtschaftlichen Auswirkungen dämpften „insbesondere die Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher“, erklärte der HDE am Montag. Demnach fiel der Index des Handelsverbandes zur Verbraucherstimmung den fünften Monat in Folge und erreichte „einen neuen Allzeit-Tiefststand“. In den kommenden drei Monaten seien daher „keine Konsumimpulse zu erwarten“, erklärte der HDE weiter. Ähnlich wie vor zwei Jahren die Corona-Pandemie sorge auch der Krieg in der Ukraine für „schwache Konjunkturerwartungen“.

Die befragten Verbraucherinnen und Verbraucher rechneten zudem damit, „dass die sich abzeichnende Eintrübung der gesamtwirtschaftlichen Situation auch einen negativen Effekt auf ihre persönliche Einkommenslage haben wird“. Die Einkommenserwartungen gingen laut HDE auf den zweitniedrigsten Wert seit Berechnung des Konsumbarometers zurück. Das bedeutet, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten, dass sie in den nächsten Monaten weniger finanziellen Spielraum haben werden.

Dies schlägt sich laut Handelsverband auch in der Anschaffungsneigung nieder; gleichzeitig planen die Befragten, ihr Sparvolumen zu verringern. „Das voraussichtliche Konsum- und Sparverhalten steht unter dem Eindruck der steigenden Inflation“, erklärte der HDE. „Während in den vergangenen Wochen vor allem die Energiepreise deutlich gestiegen sind, erwarten Verbraucherinnen und Verbraucher in den kommenden Monaten zunehmende Preissteigerungen.“

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter rund 1600 Menschen zu ihrer Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. Der private Konsum gilt als eine wichtige Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.