Kriegsverbrechen: Putin könnte noch dieses Jahr angeklagt werden

Der EU-Kommissar Didier Reynders erwartet erste Kriegsverbrecherprozesse noch in diesem Jahr. Auch für den Wiederaufbau der Ukraine gibt es bereits Pläne.

Kremlchef Wladimir Putin beim Besuch eines militärischen Ausbildungszentrums.
Kremlchef Wladimir Putin beim Besuch eines militärischen Ausbildungszentrums.Pool Sputnik Kremlin/AP/Mikhail Klimentyev

EU-Justizkommissar Didier Reynders hält wegen des Ukraine-Kriegs auch eine Anklage gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einem internationalen Gericht für möglich. Es sei nicht seine Aufgabe, die Strafverfolgung einzelner Personen zu empfehlen, sagte der belgische Politiker dem Hamburger Abendblatt (Samstag).

„Aber wenn Strafverfolger auch an der höchsten Ebene ansetzen wollen, sollen sie es tun.“ In einem solchen Fall bestehe lebenslang die Möglichkeit, zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Reynders zeigte sich „ziemlich sicher“, dass die ersten Kriegsverbrecherprozesse vor dem Internationalen Strafgerichtshof gegen Russen noch dieses Jahr beginnen. Weiter sagte der EU-Kommissar, die vom Westen eingefrorenen Vermögen des russischen Staates und von Oligarchen können beim Wiederaufbau in der Ukraine helfen. So könne der Westen 300 Milliarden Euro aus Devisenreserven der russischen Zentralbank so lange als Garantie behalten, „bis Russland sich freiwillig am Wiederaufbau der Ukraine beteiligt“.