Von der Polizei im Ruhrgebiet am 30.05.2020 sichergestellte Drogen. 
Foto:  Polizei Recklinghausen/dpa

BerlinDer BDK-Bundesvorsitzende Sebastian Fiedler hält ein Umdenken im Umgang mit Drogenkriminalität für dringend notwendig. Die deutschen Behörden sollten sich nach Ansicht des Kriminalpolizisten „ein Beispiel an Portugal nehmen und bei den Drogenkonsumenten auf das Strafrecht verzichten“, sagte Fiedler. Dieser Vorschlag gelte „für alle Drogen“.  

Statt Strafverfolgung müsse bei Konsumenten von Drogen „das Ordnungswidrigkeitenrecht genutzt und die gesundheitlichen Probleme in den Vordergrund gestellt“ werden. Zugleich müssten Dealer konsequent verfolgt werden. Damit werde der Konsum verringert, in der Folge gebe es laut Fiedler „weniger Rauschgifttote und weniger Beschaffungs- und Begleitkriminalität“.

Der SPD-Politiker und Gesundheitswissenschaftler Karl Lauterbach unterstützt den Vorstoß. Auf seiner Facebook-Seite teilte er am Freitag mit: „Die Konsumenten von Drogen zu kriminalisieren macht Opfer zu Tätern. Stattdessen mit mehr Härte und Aufwand die Dealer zu verfolgen macht Sinn. Die Kriminalbeamten haben dies erkannt. Ich begrüße den Vorschlag.“

Gleichzeitig müsse die europäische Polizeibehörde Europol „mit einer eigenen Abteilung für Geldwäsche und Finanzkriminalität ausgebaut werden“. Nur so könne es gelingen, die Netzwerke der Organisierten Kriminalität aufzuhellen und die Hintermänner zur Strecke zu bringen.