Razzia in Deutschland: Oligarch Usmanow spricht von „Verleumdung“

Polizisten stürmten vor wenigen Tagen mehrere Villen des Milliardärs Alischer Usmanow. Nun bezieht der Unternehmer Stellung zu den Vorwürfen. 

Das Bundeskriminalamt ermittelt gegen den Oligarchen Alischer Usmanow (Archivbild). 
Das Bundeskriminalamt ermittelt gegen den Oligarchen Alischer Usmanow (Archivbild). dpa/Yuri Kochetkov

Der Oligarch Alischer Usmanow hat die Ermittlungen der deutschen Behörden gegen ihn als „grundlos“ und „verleumderisch“ bezeichnet. „Herrn Usmanow wurden Handlungen vorgeworfen, die er nie begangen hat – ohne jegliche Beweise und oft unter Berufung auf anonyme Quellen“, hieß es am Montag in einer Mitteilung des Milliardärs. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München soll Usmanow gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen haben. Auch wegen Steuerhinterziehung werde gegen den Usbeken ermittelt.

In der vergangenen Woche war das Bundeskriminalamt mit einer bundesweiten Razzia gegen fünf Beschuldigte vorgegangen – darunter Oligarch Usmanow, der früher ein Unterstützer von Russlands Präsident Wladimir Putin gewesen sein soll und gegen den EU-Sanktionen verhängt wurden. Rund 250 Polizisten durchsuchten in dem Zusammenhang 24 Objekte in Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Hamburg. Laut Berichten des Nachrichtenmagazins Spiegel und des Bayerischen Rundfunks zählt Usmanov zu den Hauptbeschuldigten des Verfahrens. 

Der Staatsanwaltschaft zufolge ließ der Milliardär nach Aufnahme auf die Sanktionsliste der EU am 28. Februar seine Immobilien in Oberbayern von einer Sicherheitsfirma bewachen. Durch die Bezahlung dieser Bewachungsdienste habe er dem Verfügungsverbot über eingefrorene Gelder zuwidergehandelt, hieß es. Den vier anderen Verdächtigen wird vorgeworfen, durch die Erbringung der Bewachungsdienste oder deren Unterstützung und die Entgegennahme der Bezahlung Beihilfe zu dem Verstoß geleistet zu haben. Dem Spiegel zufolge handelt es sich bei den Immobilien auch um Besitz von Usmanow am Tegernsee.

Oligarch Usmanow bezieht Stellung zu den Vorwürfen

Der Unternehmer wies die Anschuldigungen gegen ihn am Montag in einer Stellungnahme zurück. Er habe stets transparent über sein Vermögen informiert, seine Steuerzahlungen seien immer genau gewesen. Laut der Mitteilung besitze Usmanow gar keine Häuser in Deutschland. „Die Immobilien gehören einer Familienstiftung und wurden von Herrn Usmanow zum Marktpreis gemietet.“ Er habe das Haus am Tegernsee angemietet, während er sich einer medizinischen Behandlung unterziehen musste.

Weiter hieß es, der Oligarch habe die Sicherheit des Hauses nicht aus Mitteln bezahlt, die nach der Verhängung der „ungerechtfertigten EU-Sanktionen“ gegen ihn „eingefroren“ worden waren. Usmanow habe zudem nichts unternommen, um die Sanktionen zu umgehen.

„Dies ist ein Paradebeispiel für voreilige Schlüsse“

Zu dem Vorwurf, er würde an mutmaßlichen Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der Zuteilung von Unternehmensoptionen an seine Manager beteiligt sein, hieß es: „Dies ist ein Paradebeispiel für voreilige Schlüsse. Im Jahr 2012 beschloss Herr Usmanow, sich schrittweise aus dem Geschäft zurückzuziehen und damit zu beginnen, seine Anteile an der neu geschaffenen USM Holding an seine Manager und Partner zu verkaufen, die ihm beim Aufbau des Unternehmens geholfen hatten.“ Er habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass er diese Anteile mit einem angemessenen Abschlag verkauft und nicht verschenkt hat. Er habe nach eigenen Angaben alle damit verbundenen Steuern gezahlt.

Usmanow war den Angaben zufolge nie in Deutschland steuerlich ansässig. Der Verkauf der USM-Anteile im Jahr 2014 falle daher nicht in die Zuständigkeit des deutschen Finanzamtes – „ebenso wenig wie die Übertragung an Verwandte, die ebenfalls unter strikter Einhaltung der Gesetze erfolgte“. In dem Haus am Tegernsee hätten sich zudem niemals „seltene Schmuckstücke“ befunden, wie behauptet wurde.

Usmanow sieht sich einer Kampagne ausgesetzt, um seinen Ruf zu schädigen. Die Vorwürfe würden lediglich auf „Falschaussagen und erfundenen Dokumenten von Opportunisten und Erpressern“ beruhen.