Silvester in Berlin: Nur 38 Festnahmen wegen Angriffen auf Einsatzkräfte

Von den 145 festgenommenen Verdächtigen ist nur ein Teil für die Gewalt gegen Retter und Polizisten verantwortlich.

Berliner Polizisten stehen neben explodierendem Feuerwerk. 
Berliner Polizisten stehen neben explodierendem Feuerwerk. dpa/Julius-Christian Schreiner

Eine Woche nach den Silvester-Krawallen in Berlin gibt es neue Details zu den Tätern. Demnach wurden von den 145 Verdächtigen nur 38 im Zusammenhang mit Böllerattacken auf Einsatzkräfte festgenommen. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Polizeiquellen. Zwei Drittel hätten die deutsche Staatsbürgerschaft, heißt es weiter. Die meisten von ihnen seien unter 21 Jahre alt. 

Die Angriffe auf Einsatzkräfte hatten eine Debatte über gescheiterte Integration in Deutschland ausgelöst. In der Silvesternacht wurden mehr als 40 Polizisten und 15 Feuerwehrleute verletzt. 

Berliner Polizei will weitere Zahlen liefern

Weil der Druck aus der Öffentlichkeit immer größer wurde, gab die Berliner Polizei wenige Tage später Auskunft über die Nationalitäten der 145 Verdächtigen. Demnach haben 45 der Festgenommenen die deutsche Staatsangehörigkeit. Wie viele von ihnen eine doppelte Staatsbürgerschaft haben, prüft die Polizei derzeit noch. „Wir versuchen das aufgrund der vielen Nachfragen nachzuliefern“, erklärte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung.

Der Rest verteilt sich auf 17 weitere Nationalitäten. Unter ihnen sind 27 Afghanen, 21 Syrer, neun Iraker sowie jeweils fünf Polen, Türken und Libanesen. Aber auch Personen aus anderen europäischen Staaten sowie aus Australien, Indien und Afrika wurden festgenommen. 

Alle Festnahmen, die bisher bekannt wurden, sind noch immer als vorläufig anzusehen. Diese 145 Festnahmen gehen ausschließlich auf das Konto der 1300 Beamten der „Besonderen Aufbauorganisation“ (BAO), die an Silvester zusätzlich eingesetzt wurde. Alle weiteren Festnahmen, die von Einsatzkräften von den Abschnitten und den Funkwagenbesatzungen getätigt wurden, konnten in der Statistik noch nicht mit eingerechnet werden. „Sie werden derzeit alle noch bearbeitet“, betonte der Polizeisprecher.

Gegen die Verdächtigen wird überwiegend wegen Brandstiftungsdelikten, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Landfriedensbruchs sowie tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte ermittelt. Nach Angaben der Berliner Polizei wurden insgesamt 355 Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.