Frauenhass und Antifeminismus stellen nach Angaben von Polizisten eine „ernstzunehmende Bedrohung“ für Frauen in Deutschland dar. Die Tötung einer 53-jährigen Frau im hessischen Schwalmstadt in dieser Woche sei ein weiterer schockierender Fall von Misogynie, teilt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) mit.

In einer Mitteilung des BDK heißt es, „Misogynie bedeutet Frauenhass. Der Begriff bezeichnet jedoch nicht nur den Hass auf Frauen aufgrund ihres Geschlechts im Wortsinn, sondern umfasst Einstellungsmuster, die davon ausgehen, dass Frauen gegenüber Männern minderwertig und ihnen untergeordnet sind. Weiterhin fallen männliche Besitzansprüche an Frauen oder weiblichen Körpern unter diesen Begriff.“ 
Die stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Marina Hackenbroch: „Trennungstötungen sind keine Beziehungsdramen oder Familientragödien. Hier töten Männer Frauen, weil sie sie als ihr Eigentum betrachten. Straftaten, die aus patriarchalen Besitzansprüchen heraus begangen werden, müssen von Polizei, Justiz und Politik als das benannt werden, was sie sind: Hasskriminalität gegen Frauen.“

Misogynie stelle eine reale Bedrohung für Frauen dar. Als Beispiele nennt der BDK Entwicklungen „wie zunehmende Fallzahlen von häuslicher Gewalt, steigende Zahlen von Frauentötungen und Femiziden oder Internetforen, in denen gezielt zu Vergewaltigungen und Tötungen von Frauen aufgerufen werden sowie Silencing-Kampagnen gegen Frauen durch Hasspostings auf Social Media Plattformen.“

Erst Ende April hatte sich der Bundesvorstand des BDK ausführlich mit diesem Themenfeld beschäftigt und klare Forderungen an Politik und Polizeiführungen formuliert. Die aktuellen Entwicklungen zeige, „wie wichtig und wie dringend notwendig dies ist.“